Am 24. Oktober präsentierten das Schmuckhaus LUNET aus Ternopil und die Lemberger Modemarke Andreas Moskin im Rahmen der Lviv Fashion Week eine gemeinsame Laufstegshow für die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2027 mit dem Titel „Awakening the Self“. Auf dem Laufsteg wurden 26 Looks gezeigt, bei denen sich professionelle Models und kriegsversehrte Veteranen mit Prothesen abwechselten. Für jeden Auftritt wurde ein maßgeschneidertes, handgefertigtes Diamantschmuckstück kreiert, das vom Entwurf bis zur finalen Polierung individuell angefertigt wurde.
Das Konzept von „Awakening the Self“ und das Recht, man selbst zu sein
Die Kollektion von Andreas Moskin widmet sich dem Thema Individualität und dem Recht eines jeden Menschen, unabhängig von körperlichen Merkmalen man selbst zu bleiben. Genau dieser Gedanke bildete das verbindende Prinzip des gemeinsamen Projekts: Kleidung und Schmuck wurden so ausgewählt, dass sie die Silhouette des Outfits unterstreichen, anstatt die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. „Wir haben uns jeden Look angesehen: wo verläuft die Schulterlinie, wo liegt der Hals frei. Das Schmuckstück musste dort seinen Platz finden. Uns war wichtig, dass die Diamanten die Silhouette unterstützen und nicht vom Wesentlichen ablenken“, erklärten Vertreter des Schmuckhauses LUNET. Die Kollektion umfasst Stücke mit weißen Diamanten sowie seltenen gelben und schwarzen Steinen; längliche Silhouetten und breite Facetten wurden gewählt, um deren Brillanz maximal zur Geltung zu bringen.
Mode ohne Grenzen: Veteranen auf dem Laufsteg
Ein wesentlicher Bestandteil der Show war die Teilnahme von Kriegsveteranen, die die Looks gemeinsam mit professionellen Models präsentierten. Andreas Moskin bindet Veteranen bereits seit September 2024 in seine Präsentationen ein und berücksichtigt bei den Kleiderschnitten die Bedürfnisse von Menschen mit Prothesen. Dieser Ansatz erweitert nach Ansicht der Marke das Verständnis moderner Mode und wirft die Frage nach der Zugänglichkeit von Kleidung für Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und körperlichen Fähigkeiten auf. Das Ausmaß des Bedarfs an adaptiver Kleidung in der Ukraine wird durch Daten des Nationalen Instituts für Strategische Studien verdeutlicht: Seit Beginn der Vollinvasion bis November 2024 wurden im Land 93.566 Amputationen durchgeführt.
Zweite gemeinsame Präsentation der beiden Marken
Die Show in Lemberg war bereits das zweite gemeinsame Projekt von LUNET und Andreas Moskin. Erstmals hatten die Marken eine Kollektion mit Diamantschmuck im September 2026 auf der Ukrainian Fashion Week in Kiew vorgestellt. Beide Häuser betonen, dass die Zusammenarbeit auf Handwerkskunst basiert: Jedes Schmuckstück wird individuell unter Berücksichtigung des jeweiligen Outfit-Schnitts, der Schulterlinie und des Ausschnitts angefertigt. Die Modenschau in Lemberg bestätigte, dass das Format der „Mode ohne Grenzen“ zu einer nachhaltigen Praxis im ukrainischen Fashion-Segment wird und keine einmalige Aktion bleibt.