Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte während des Treffens der Koalition der Willigen in Kiew, dass die Koalition im Oktober–November 2026 gemeinsame großangelegte Militärmanöver durchführen werde. Dies berichtet RBC-Ukraine. Die Aussage des französischen Staatschefs erfolgte vor dem Hintergrund der Diskussion über die wichtigsten Richtungen der Unterstützung für Kiew durch die Verbündeten und wurde zu einem der zentralen Punkte der Agenda des Gipfels, der am 24. August im hybriden Format stattfand.

Manöver als Element der Friedensverhandlungen

Macron verknüpfte die Vorbereitung der Manöver direkt mit den Hauptrichtungen der Unterstützung für die Ukraine, vor allem mit der Bildung von Sicherheitsgarantien für den Fall eines Endes der Kampfhandlungen. Nach seinen Worten sollen derart großangelegte Manöver die Bereitschaft der Koalitionsländer demonstrieren, ihre übernommenen Verpflichtungen einzuhalten und nach einer Waffenruhe entschlossen zu handeln. „Das ist sehr wichtig. Das ist eines der wichtigsten Elemente der Friedensverhandlungen, wenn die Ukraine beschließt, sie durchzuführen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir daran gemeinsam arbeiten“, betonte der französische Präsident und wies auf den kollektiven Charakter der Vorbereitung hin.

Vorgeschichte: Vereinbarungen des Juli-Gipfels

Die Initiative zur Durchführung solcher Manöver ist nicht neu: Die entsprechenden Vereinbarungen wurden bereits während des Juli-Treffens der Koalition der Willigen getroffen. Genau dann wurde bekannt, dass im September etwa 1.500 Soldaten aus Großbritannien und Frankreich nach Polen kommen, um an internationalen Manövern teilzunehmen. Der stellvertretende Minister für nationale Verteidigung Polens, Pawel Bieda, bestätigte, dass die Soldaten im Rahmen der Manöver die Verlegung von Personal und Militärausrüstung üben werden, was auf einen praktischen und nicht bloß demonstrativen Zweck der Vorbereitung hinweist.

Widersprüchliche Angaben

In öffentlichen Erklärungen und in den Materialien der Quellen zeigt sich eine Diskrepanz hinsichtlich der Zeitpunkte und des Umfangs der angekündigten Veranstaltungen. Auf der einen Seite sprach Macron beim Treffen in Kiew von „großangelegten“ Manövern der Koalition der Willigen, die für Oktober–November 2026 geplant sind. Auf der anderen Seite fixierten die Juli-Vereinbarungen und die Erklärungen der polnischen Seite frühere Zeitpunkte – September 2026 – und einen konkreteren Umfang: etwa 1.500 Soldaten aus Großbritannien und Frankreich auf polnischem Gebiet. Es könnte sich also entweder um zwei Phasen der Vorbereitung handeln (die September-Manöver in Polen als Generalprobe und die großangelegten Herbstmanöver) oder um eine unterschiedliche Formulierung der Zeitpunkte und des Umfangs. Eine offizielle Klarstellung, ob diese Veranstaltungen identisch oder getrennt sind, enthält die vorliegenden Quellen nicht.

Kontext: Ergebnisse des Gipfels am 24. August

Die Erklärung Macrons erfolgte im Rahmen der Sitzung der Koalition der Willigen am 24. August, die laut RBC-Ukraine im hybriden Format stattfand. Anlässlich des Unabhängigkeitstags der Ukraine versicherten die Verbündeten Kiew die Lieferung verschiedener Waffen, und Präsident Wolodymyr Selenskyj bilanzierte den Gipfel und hob die getroffenen Beschlüsse hervor. In dieser Logik erscheint die Ankündigung der Herbstmanöver als ein Übergang von Unterstützungserklärungen zu einer praktischen militärischen Vorbereitung, die darauf abzielt, die Sicherheit der Ukraine nach dem Ende des Krieges zu gewährleisten.