In Japan wurde endlich einer der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte des Landes freigegeben. Am 7. Juli genehmigte Yasutomo Suzuki, Gouverneur der Präfektur Shizuoka, offiziell den Bau des ersten Abschnitts der Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebebahn (Maglev) zwischen Tokio und Nagoya. Diese Entscheidung hebt die zehnjährige Einfrierung des Projekts auf, die durch den Widerstand der vorherigen Regionalregierung verursacht worden war.

Lang erwartete „Genehmigung“ und Reaktion der Partner

Das Projekt, bekannt als Linear Chuo Shinkansen, wurde durch den politischen Willen des neuen Gouverneurs möglich. Seine Entscheidung wurde in den benachbarten Regionen mit Enthusiasmus aufgenommen. Die Leiter der Präfekturen Aichi und Nagano, durch die die Strecke ebenfalls verläuft, begrüßten die Nachricht und forderten eine Klärung der Fertigstellungstermine für die gesamte Linie.

Risiken und Terminverschiebungen: Optimismus mit Vorsicht

Obwohl die Nachricht vom Baubeginn Freude auslöst, mahnen Experten und die Eisenbahner selbst zur Besonnenheit. Bereits 2017, bei der Unterzeichnung des Vertrags für den Bauabschnitt in Shizuoka, orientierte sich die Central Japan Railway Company (JR Central) an einer Bauzeit von zehn Jahren, was eine Inbetriebnahme der Linie nicht vor 2036 vorsah.

Allerdings warnte Shunsuke Niwa, Präsident von JR Central, auf einer Pressekonferenz am 7. Juli davor, dass die Realität komplexer sein könnte. Laut ihm erfordert die Trassenführung die Berücksichtigung des Schutzes der Wasserressourcen des Flusses Oi und des Umweltschutzes im Bereich der Japanischen Südlichen Alpen. Niwa hob auch hervor, dass die Abschnitte in den Präfekturen Yamanashi und Nagano nicht weniger schwierige Herausforderungen darstellen. Somit könnte das Eröffnungsjahr 2036 verschoben werden, obwohl neue Termine noch nicht genannt wurden.

Ökologische Herausforderungen und Vorfälle in Gifu

Das Problem des Naturschutzes und der Wasserressourcen für den Maglev ist nicht theoretisch, sondern bereits durch Präzedenzfälle belegt. Im Bereich Okute der Stadt Mizunami (Präfektur Gifu) führte der Tunnelbau zu einem Absinken des Grundwasserspiegels. Dies lögte Proteste der Anwohner aus und zwang dazu, die Arbeiten im Jahr 2024 einzustellen.

Gouverneur Yoshhide Esaki von Gifu betonte im Mai die Ernsthaftigkeit der Situation: „Dies ist nicht nur Besorgnis – das Wasser verschwindet tatsächlich“. Nach seinen Worten wird, nachdem die Situation in Shizuoka stabilisiert wurde, die Lösung des Problems in Okute zur nächsten kritischen Aufgabe.

Aktionsplan: Von der Rodung bis zum Grundstein

Trotz der Risiken nimmt der Startprozess bereits Fahrt auf. Der ausführende Vizepräsident von JR Central, Takanori Mizuno, erklärte im Juni, dass das genaue Startdatum nach Beginn der Erdarbeiten bekannt gegeben wird. Derzeit laufen auf dem Abschnitt Vorbereitungsarbeiten, einschließlich der Rodung von Bäumen.

Shunsuke Niwa teilte mit, dass die Firma in Kürze eine Pressekonferenz am Bauplatz abhalten wird, um die Pläne und Maßnahmen zum Umweltschutz zu erläutern. Danach wird die Grundsteinlegung stattfinden, die Installation der Ausrüstung beginnen und der eigentliche Trassenbau starten.

Ausblick auf den Start

Wie das Asia Nikkei-Magazin feststellt, wird Zeit benötigt, um eine genaue Prognose zu erstellen. Selbst wenn der Bau in diesem Jahr beginnt, könnte das endgültige Eröffnungsdatum der Hochgeschwindigkeitslinie später bekannt gegeben werden. Grund hierfür ist die Notwendigkeit einer detaillierten Analyse der Bedingungen für den unterirdischen Vortrieb und die Bewertung der Auswirkungen der Arbeiten auf die Umwelt.