In der Nacht zum 7. September 2026 griffen unbemannte Luftfahrzeuge das von Russland besetzte Mariupol an. Infolge des Einschlags brach ein Großbrand im Einkaufszentrum „Galaktika“ aus – einem Gebäude, in dem vor der Besatzung der ukrainische Hypermarkt „Epizentr“ untergebracht war. Bis zum Morgen war das Feuer nicht eingedämmt, doch laut vorliegenden Angaben gab es keine menschlichen Opfer.

Was die Aufnahmen vom Unfallort zeigten

In offenen Publikationen wurden Videos und Fotos vom Ort des Geschehens veröffentlicht: Man sieht, wie die Flammen das Gebäude des Einkaufszentrums einhüllen und in der Umgebung dichter Rauch aufsteigt. Auf der Aufnahme ist das charakteristische Brummen der Drohnen vor dem Einschlag sowie die Explosion selbst zu hören. Laut Angaben vom Morgen des 7. September dauerte der Brand im Einkaufszentrum „Galaktika“ an; Informationen über die Löschung und den Umfang der Schäden lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags noch nicht vor.

Einkaufszentrum „Galaktika“: vom „Epizentr“ zum Besatzungsschild

Das Einkaufszentrum, an dem der Brand ausbrach, hat eine nicht einfache Geschichte. Nach der Besatzung des Donbass 2014 wurde die Kette der ukrainischen Hypermärkte „Epizentr“ von den russischen Behörden übernommen, die das Geschäft unter dem neuen Schild „Galaktika“ fortsetzten – sowohl in Donezk selbst als auch in anderen von den Besatzern kontrollierten Städten der Region. Der Einschlag ins Gebäude traf somit ein Objekt, das im Besatzungssystem als kommerzielle Infrastruktur genutzt wird.

„Bau auf Knochen“: Kontext des Times-Recherchereports

Über Mariupol wird in den letzten Tagen auch das Thema des sogenannten „Baus auf Knochen“ breit diskutiert: Laut Medienberichten errichten die russischen Behörden Neubauten auf dem Gebiet von Ruinen, in denen während der Kämpfe Bewohner der damals noch ukrainischen Stadt getötet wurden. Am Vortag berichtete das Medium The Times in einer Recherche, dass sich in besetzten Mariupol Ilja Kolunow – Sohn eines Abgeordneten der russischen Staatsduma – mit diesem Geschäft befasst. Die Wohnungen in den neuen Häusern werden laut vorliegenden Informationen vor allem sogenannten „Helden des SVO“ und russischen Militärbeamten angeboten.

Kontext: Besatzung Mariupols und ihre Folgen

Zur Erinnerung: Mariupol wurde im Mai 2022 endgültig von den russischen Truppen besetzt. Im Verlauf mehrmonatiger Kämpfe beschossen die Besatzer massenhaft Wohnviertel, Krankenhäuser und Objekte der zivilen Infrastruktur, was nach Schätzungen zu tausenden Opfern unter der Zivilbevölkerung führte. Der Vorfall mit dem Brand im Einkaufszentrum „Galaktika“ in der Nacht zum 7. September wurde zu einem weiteren Episode der Kampfhandlungen in einer Stadt, in der parallel der umstrittene Bau auf den Ruinen der vor dem Krieg bestehenden Bebauung fortgesetzt wird.