Die Karte der Investitionsattraktivität der Ukraine wird vor unseren Augen neu geschrieben. Während früher für Entwickler Verkehrsknotenpunkte oder das historische Zentrum entscheidend waren, spielt heute ein völlig anderer Faktor die entscheidende Rolle – die Bereitschaft der lokalen Behörden, nach transparenten Regeln zu arbeiten. Dies erklärte Mark Marchenko, Gründer und CEO von SENSAR Development, während des Forums Forbes Development.

Der Krieg und die Massenmigration haben die Wirtschaftszentren des Landes nach Westen verschoben. Das Kapital ist vorhanden, und die Wirtschaft ist bereit, moderne Infrastruktur zu bauen, aber wie Marchenko feststellt, ist dies nur die Hälfte des Erfolgs. Der zweite, oft entscheidende Teil hängt davon ab, wie offen die Behörden einer bestimmten Stadt für diesen Zustrom von Ressourcen sind.

Das Zeitalter der „manuellen Regeln' geht zu Ende

Die Situation auf dem Immobilien- und Stadtplanungsmarkt hat sich radikal verändert. Mark Marchenko betonte, dass heute vieles von Bürgermeistern und lokalen Verwaltungen abhängt. Während einige Städte bereit für Innovationen und ein europäisches Entwicklungsformat sind, setzen andere weiterhin Barrieren.

„Es gibt Städte, in denen man mit einem modernen Infrastrukturprojekt kommt, Marken mitbringt und eine neue Qualität schafft, aber auf absurde Einschränkungen und manuelle Regeln stößt', erzählte Marchenko.

Laut ihm wird der Erfolg der Entwicklung einer ukrainischen Stadt heute nicht nur durch einen günstigen geografischen Standort bestimmt. Der entscheidende Faktor wird die Fähigkeit der lokalen Behörden, transparente Spielregeln zu schaffen und Projekte zu unterstützen, die eine neue Qualität der städtischen Umgebung formen.

Reform des DIAM und Anpassung des Marktes

Ein wichtiger Treiber für Veränderungen war die Reform des Departements für Architektur und Stadtplanung (DIAM) und die schrittweise Digitalisierung der Verfahren. Marchenko betonte, dass der Staat in dieser Hinsicht wichtige Schritte unternommen hat, der Anpassungsprozess jedoch nicht immer reibungslos verläuft.

„Nicht alle Entwickler haben sich daran angepasst, dass man nicht mehr zahlen muss, sondern nach Regeln arbeiten muss. Das mag peinlich klingen, aber die Anpassung an neue Regeln ohne Korruption ist ebenfalls ein schwieriger Prozess. Gleichzeitig ist dies die richtige Richtung und hilft dem Markt, transparenter zu werden', betonte der CEO von SENSAR Development.

Wohin fließt das Geld?

Investitionsströme konzentrieren sich zunehmend dort, wo Unternehmen Offenheit für die Zusammenarbeit spüren. Marchenko erklärte, dass das Geld dorthin fließt, wo die Menschen bereit sind, es anzunehmen. Leider haben sich nicht alle Städte auf den Zustrom von Investitionen, Entwicklern und neuen Projekten vorbereitet. Manchmal deklariert eine Stadt Offenheit, aber in der Praxis ist es fast unmöglich, dort Fuß zu fassen.

Die Erfahrung von Entwicklern zeigt, dass Regionen und Städte, die sich schnell an neue Herausforderungen anpassen und einen konstruktiven Dialog mit der Wirtschaft aufbauen konnten, zu neuen Zentren des Wirtschaftswachstums geworden sind. Sie erhalten bereits neue Arbeitsplätze, moderne Infrastruktur, internationale Marken und zusätzliche Steuereinnahmen.

So werden die Qualität des Managements und die Bereitschaft zum Dialog mit der Wirtschaft zu den wichtigsten Motoren der Entwicklung. Genau dies bestimmt, ob das Potenzial einer Stadt in reale Projekte verwandelt wird, die die Wirtschaft und die Lebensqualität der Gesellschaft verändern.