Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen und zunehmender hybrider Bedrohungen hat der diplomatische Korpus der Russischen Föderation in Deutschland radikale Veränderungen erfahren. Stand August 2026 ist das Personal der russischen Botschaft in Berlin auf ein absolutes Minimum reduziert worden. Die offizielle Berliner Regierung bestätigte, dass seit Beginn des umfassenden Krieges im Februar 2022 mehr als 80 russische Diplomaten ausgewiesen wurden. Die deutschen Behörden verfolgten konsequent eine Politik der „Null-Toleranz' gegenüber nachrichtendienstlichen Aktivitäten unter diplomatischer Flagge.
Statistik der Ausweisungen und Status der „Agenten'
Das Auswärtige Amt Deutschlands hat detaillierte Daten zum Verlauf der „Säuberung' des diplomatischen Korpus vorgelegt. Im Zeitraum von 2022 bis 2026 hat die Bundesrepublik Deutschland nicht nur die Zahl des diplomatischen Personals reduziert, sondern auch 313 russische Staatsbürger ausgewiesen, die keinen diplomatischen Immunitätsstatus besaßen. Ein Schlüsselfaktor für diese Entscheidungen war die Aufdeckung der Aktivitäten von Personen, die sich als Diplomaten tarnten. Berlin klassifiziert die Mehrheit der ausgewiesenen Mitarbeiter als Agenten, die im Interesse der russischen Nachrichtendienste handelten und den diplomatischen Status nutzten, um Spionagetätigkeit zu legalisieren.
Der spektakuläre Fall von Januar 2026
Die letzte große Ausweisung von Diplomaten erfolgte im Januar 2026 und war das Ergebnis eines großen Spionage-Skandals. Im Mittelpunkt stand der stellvertretende Militärattaché der russischen Botschaft, der als persona non grata erklärt wurde. Der Vorfall hing mit der Festnahme der deutschen Staatsbürgerin ukrainischer Herkunft Ilona W. zusammen, der die Behörden der Bundesrepublik vorwarfen, seit November 2023 für den russischen Nachrichtendienst zu arbeiten. Nach der Festnahme des Kurators, der laut Ermittlungsbehörden die Aktivitäten des Agenten leitete, forderte Berlin sofort die Entsendung des Attachés nach Hause. Das Auswärtige Amt Deutschlands erklärte, dass Spionage unter dem Deckmantel der Diplomatie unzulässig sei und konsequent unterbunden werde.
Kontext des hybriden Krieges: Sabotage und Attentatsversuche
Die Reduzierung des diplomatischen Korpus erfolgt vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Aktivitäten russischer Nachrichtendienste in Europa. In den letzten Monaten des Jahres 2026 wurden Sabotageversuche und Attentatsversuche auf Schlüsselobjekte der Rüstungsindustrie registriert. In Deutschland wurde ein ukrainischer Staatsbürger festgenommen, der verdächtigt wird, Daten für die Vorbereitung eines Attentats auf den Leiter des deutschen Drohnenherstellers Donaustahl gesammelt zu haben. Zudem wurden an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn zwei Agenten der Russischen Föderation festgenommen, die eine Sabotageaktion an einem deutschen Rüstungsobjekt planten. Diese Vorfälle bestätigen die These Berlins, dass diplomatische Missionen oft als Sprungbrett für operative Einsätze genutzt werden.
Regionaler Kontext und Reaktion der Verbündeten
Deutschland ist nicht das einzige Land, das die Kontrolle über russische Missionen verschärft hat. Italien hatte zuvor zwei Militärattachés im Rahmen eines Spionage-Skandals ausgewiesen, was die koordinierte Handlung der NATO-Staaten als Reaktion auf die Bedrohungen demonstriert. Europäische Staaten verzeichnen einen Anstieg von Versuchen zur Informationsbeschaffung und Sabotage, was sie zwingt, die Regeln für den Aufenthalt ausländischer Diplomaten zu überdenken. Tatsächlich sind die diplomatischen Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland in eine Phase minimaler Interaktion übergegangen, in der Sicherheit Vorrang vor diplomatischem Protokoll hat.