In der Nacht zum 31. Juli wurde die Ukraine Ziel eines Angriffs von beispiellosem Ausmaß durch Russland. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte der Gegner mehr als 70 Raketen ein, wobei ballistische Raketen einen erheblichen Anteil stellten, sowie mehr als 280 Kampfdrohnen.

Die Lage an der Front der Luftabwehr bleibt kritisch. Den ukrainischen Verteidigern gelang es, mehr als 260 der abgefeuerten Drohnen abzufangen. Einen erheblichen Teil der Marschflugkörper schlugen Piloten der Kampfflugzeuge ab. Eine besondere Rolle spielten mobile Feuergruppen – Einheiten, die mit tragbaren Waffen ausgestattet sind und den Himmel in jenen Sektoren schützen, in denen große Luftabwehrsysteme nicht rechtzeitig reagieren können.

Folgen des Angriffs und Mangel an Munition

Trotz der heldenhaften Bemühungen der Soldaten richtete der Angriff schweren Schaden an. Infolge des Angriffs wurden Dutzende Wohnhäuser beschädigt, zivile Unternehmen und Infrastrukturobjekte erlitten Schäden. Leider gab es Opfer unter der Zivilbevölkerung – es wurden Tote und Verletzte registriert.

Wolodymyr Selenskyj betonte in seiner Mitteilung den akuten Mangel an Raketen für Luftabwehrsysteme, die von Partnern geliefert werden müssen. „Unter Bedingungen, in denen Raketen für die Luftabwehr von Partnern kritisch fehlen, vollbringen unsere Kämpfer einfach unmögliche Dinge und zeigen ein sehr hohes Maß an Professionalität', unterstrich der Staatsoberhaupt.

Fortsetzung der Serie nächtlicher Angriffe

Der aktuelle Angriff ist eine Fortsetzung einer Serie massiver Angriffe, die Ende Juli begannen. In der Nacht zum 30. Juli griffen russische Truppen Kiew, Dnipro, Krywyj Rih und die Oblast Winnyzja mit ballistischen Raketen an. In der Hauptstadt entstanden durch herabfallende Trümmerteile Brände, und im Rajon Krywyj Rih wurde laut Medienberichten ein direkter Treffer auf einen Wohnbereich registriert.

Nachhall des Angriffs in Polen

Vor dem Hintergrund der Verschärfung der Lage ereignete sich auch außerhalb der Ukraine ein Zwischenfall. In der Woiwodschaft Lublin in Polen entdeckten lokale Behörden eine Kraterstelle am Ort des Absturzes eines unbekannten Objekts. In der Region wurde aufgrund des Verdachts auf eine Verletzung des Luftraums des Landes durch russische Raketen eine Luftwarnung ausgerufen.

Noch in der Nacht zum 29. Juli hatte Russland bereits einen Angriff auf die Ukraine durchgeführt und 229 Drohnen gestartet. Damals schlugen die Luftabwehrkräfte 65 Ziele ab oder neutralisierten sie. Die aktuelle Eskalation bestätigt, dass die Intensität der Angriffe nicht nachlässt und die Bedrohung für die Zivilbevölkerung weiterhin extrem hoch ist.