Das ukrainische Unternehmen Fire Point hat konkrete Fristen für die Umsetzung des Projekts des Flugabwehrsystems Freyja genannt. Die Geschäftsführerin des Unternehmens, Irina Terekh, erklärte, dass der erste erfolgreiche Abschuss einer ballistischen Rakete für Mitte 2027 geplant ist.

Technologischer Sprung und europäische Partner

Die Entwicklung des Systems erfolgt in kurzer Zeit. Laut dem Leiter von Fire Point versucht das Unternehmen, ein Programm zu realisieren, das in der internationalen Praxis normalerweise Jahrzehnte dauert, innerhalb weniger Jahre. Bisher wurden mindestens fünf Tests der Abfangrakete durchgeführt.

Das Projekt hat breite internationale Unterstützung erhalten. Bereits 13 europäische Industriepartner haben sich der Initiative angeschlossen, und die wichtigsten Vereinbarungen wurden nahezu vollständig getroffen. An der Entwicklung des Komplexes sind führende Rüstungsauftragnehmer beteiligt:

  • Das norwegische Unternehmen Kongsberg ist für die Entwicklung des Kommandozentrums des Systems verantwortlich.
  • Das deutsche Unternehmen Diehl Defence hat Verhandlungen über die Lieferung von Lenksystemen bestätigt.

Fire Point integriert seinen eigenen Abfangjäger FP7.X mit Lenksystemen und Radaranlagen, die von europäischen Partnern geliefert werden.

Montagephasen und Systemarchitektur

Gegenwärtig befindet sich das Projekt in einer intensiven und komplexen Phase der endgültigen Montage aller Komponenten. Die Ingenieure arbeiten an der Integration von Suchradaranlagen, Zielradaranlagen und Lenkköpfen.

Ein wichtiges Merkmal von Freyja ist die offene Architektur. Dies ermöglicht es bei Bedarf, einzelne Komponenten verschiedener Hersteller auszutauschen, ohne das gesamte System ersetzen zu müssen, und gewährleistet Flexibilität sowie Unabhängigkeit von einem einzigen Lieferanten.

Wirtschaftliche Effizienz

Einer der Hauptvorteile des neuen Komplexes ist sein Preis. Bei Fire Point wird erwartet, dass die Kosten für einen Abfangjäger 1 Millionen Euro nicht überschreiten. Zum Vergleich: Dies entspricht etwa einem Viertel bis einem Sechstel der Kosten einer Rakete für das amerikanische Patriot-System.

Politischer Kontext und Risiken

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entwicklung des Projekts Freyja zuvor als eine der Prioritäten für ukrainische Diplomaten bezeichnet. Nach seiner Ansicht könnte das System zu einer gemeinsamen Anti-Ballistik-Plattform für Europa werden.

Allerdings hat Selenskyj auch vor Risiken gewarnt. Er betonte, dass Russland versuchen werde, die Umsetzung des Projekts zu behindern und verschiedene Methoden anzuwenden, um die Zusammenführung der Partner zu verzögern.