Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Mercz hat die geplanten Gespräche mit dem US-Präsidenten Donald Trump abgesagt. Laut Berliner Quellen sollte das Telefonat zwischen den beiden Staatschefs am Vorabend des Jahrestags der Anschläge vom 11. September in New York stattfinden, wurde jedoch kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Grund waren die öffentlichen Aussagen Donald Trumps zu den Ergebnissen der Landtagswahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt, wo die rechtsextreme Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) einen Rekordwert erzielte.
Grund für die Absage: Trumps Post in Truth Social
Mercz’ Entscheidung folgte darauf, dass Donald Trump die AfD in den sozialen Medien Truth Social öffentlich zum Erfolg bei den Landtagswahlen gratulierte. Der US-Präsident bezeichnete das Ergebnis als „großen Abend“ und erklärte, die Deutschen seien von den „schrecklichen Einwanderungsregeln“ müde. Sein Beitrag endete mit dem Slogan „MGGA!!!“ – einer Abkürzung, die sich mit „Mach Deutschland wieder großartig“ übersetzen lässt. In Berlin wurden solche Äußerungen als unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik gewertet.
Position Berlins: Es geht nicht um die Terminkalender
Der Sprecher des Kanzlers betonte, dass die Absage des Gesprächs nichts mit der Dichte der Arbeitspläne beider Seiten zu tun habe. In Berlin erinnerte man an die klare Position Friedrich Mercz’: Deutschland lehne jede fremde Einmischung in seine innenpolitischen Angelegenheiten ab. Die Absage des Anrufs wurde somit als Demonstration des Souveränitätsprinzips und als Signal genutzt, dass die Ergebnisse nationaler Wahlen keiner öffentlichen Bewertung durch ausländische Politiker unterliegen dürfen.
Kontext: Rekordwert der AfD in Sachsen-Anhalt
Bei den Wahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt erhielt die rechtsextreme AfD rund 44 % der Stimmen und lag damit mehr als doppelt so weit vorn wie die Christlich-Demokratische Union (CDU) von Kanzler Mercz. Dieses Ergebnis ermöglichte der Partei erstmals, auf Landesebene um die Regierungsverantwortung zu werben. Friedrich Mercz bezeichnete die AfD als „zerstörerische Kraft“ und erklärte, dass die Partei unter keinen Umständen eine Mehrheit zur Regierungsbildung erhalten werde. Zugleich rief nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der AfD-Vertreter Ulrich Sigmund dazu auf, die militärische und finanzielle Unterstützung für Kiew zu beenden.
Auswirkungen auf den Kurs gegenüber der Ukraine
Angesichts dieser Aussagen versicherte Friedrich Mercz, dass Deutschland die Ukraine im Kampf gegen die russische Aggression weiter unterstützen werde. Experten weisen jedoch darauf hin, dass der Wahlerfolg der AfD mittelfristig den Charakter der deutschen Hilfe für die Ukraine verändern und die allgemeine Haltung gegenüber ukrainischen Flüchtlingen in der Bundesrepublik beeinflussen könnte. Die Absage des Gesprächs mit Trump zu diesem Zeitpunkt schärft den Blick dafür, wie innenpolitische Verschiebungen in Deutschland sich auf die transatlantischen Beziehungen und auf den Kurs der Unterstützung für Kiew auswirken werden.