Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Mychajlo Drapaty, hat erstmals ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Militärausschusses der NATO, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, geführt. Nach dem Gespräch wurde bekannt, dass bereits im Oktober eine Delegation des Militärausschusses des Nordatlantikpakts die Ukraine besuchen wird – erstmals seit acht Jahren. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Bezugnahme auf Drapaty selbst, und andere ukrainische Medien bestätigten die Information.
Erster Kontakt auf höchster militärischer Ebene
Drapaty dankte dem Admiral für seine persönliche Haltung und die konsequente Unterstützung der Ukraine auf der Ebene der höchsten militärischen Führung der NATO. Nach Angaben des Oberbefehlshabers war Cavo Dragone bereits dreimal in der Ukraine und hat die Lage vor Ort persönlich gesehen, was, laut Einschätzung von Drapaty, „im Gespräch spürbar ist“. Dies deutet darauf hin, dass der Dialog zwischen der militärischen Führung Kiews und Brüssels über formelle Erklärungen hinausgeht und auf einem praktischen Verständnis der Situation an der Front basiert.
Prioritäten der ukrainischen Armee im Gespräch mit der NATO
Im Verlauf des Gesprächs informierte Drapaty den Vorsitzenden des Militärausschusses der NATO über die Lage an der Front und benannte die wichtigsten Prioritäten der Streitkräfte der Ukraine. Dazu zählen die Entwicklung von Langstreichangriffsfähigkeiten, die Einführung einer flexiblen Infanterietaktik, die Robotisierung an der Front sowie die Stärkung der Luftabwehr. Genau diese Bereiche bestimmen im Wesentlichen die Anforderungen der ukrainischen Armee an die Verbündeten und bilden die Agenda des bevorstehenden Besuchs der Delegation des Bündnisses.
Besuch des Militärausschusses der NATO: Was bedeutet das?
Es wird erwartet, dass der Militärausschuss der NATO im Oktober die Ukraine besuchen wird. Der letzte ähnliche Besuch fand vor acht Jahren statt, was die bevorstehende Reise zu einem symbolisch bedeutenden Ereignis für die Beziehungen zwischen Kiew und dem Nordatlantikpakt macht. Der Besuch des höchsten militärischen Organs des Bündnisses auf dem Territorium eines Landes, das sich im Kriegszustand befindet, kann als Signal politischer und militärischer Solidarität sowie als Plattform für die Diskussion weiterer Unterstützung und Integration ukrainischer Militärstandards betrachtet werden.
Ukraine als Quelle von Kampferfahrung für das Bündnis
Drapaty betonte, dass die Ukraine nicht nur Unterstützung von der NATO erhält, sondern auch selbst einen Beitrag zur Sicherheit des Bündnisses leistet. „Wir übermitteln Kampferfahrung, die heute niemand sonst besitzt, und diese dient der Sicherheit des gesamten Bündnisses“, so der Oberbefehlshaber. In einem Interview mit RBC-Ukraine bewertete Admiral Cavo Dragone die Kampferfahrung der ukrainischen Soldaten sehr hoch und stellte fest, dass die Streitkräfte der Ukraine zu NATO-Übungen hinzugezogen werden, wo sie als „rote Mannschaft“ auftreten und sich wiederholt als ernster Gegner bewiesen haben.
Bewertung der Zuverlässigkeit
Die Meldung über den Besuch des Militärausschusses der NATO im Oktober und über das erste Gespräch zwischen Drapaty und Cavo Dragone wurde von mehreren unabhängigen ukrainischen Medien (RBC-Ukraine, Fakty, Telegraph, The Other Ukraine) bestätigt, die sich auf dieselben Aussagen des Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Ukraine beziehen. Es wurden keine Widersprüche in den Daten, den Zeitrahmen des Besuchs oder in der Liste der diskutierten Themen zwischen den Quellen festgestellt.