Am 8. September 2026 verletzte ein russischer Strahl-Drohnenangriff den Luftraum Moldaus, was zur vorübergehenden Schließung von Flughäfen und zur Verspätung des Abflugs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Norwegen führte. Nach Einschätzung von Vladislav Kulminski, dem moldauischen Botschafter in den USA, war der Vorfall wahrscheinlich kein Zufall: Der Diplomat ließ vermuten, dass die Drohne gezielt in Richtung des Präsidentenflugzeugs gesteuert worden sein könnte. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf CNN berichtet, hält die moldauische Regierung den Vorfall nicht für einen Zufall.
Erklärung des moldauischen Botschafters in den USA
Vladislav Kulminski betonte, dass es äußerst schwer zu glauben sei, dass ein russischer Strahl-Drohnenangriff genau in dem Moment über dem Gebiet des Landes geflogen sei, als das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten am Flughafen stand. „Wahrscheinlich ist dies kein Zufall, da wir nicht glauben, dass ein Strahl-Drohnenangriff einfach so in den Luftraum Moldaus eingedrungen ist, um genau dann, als das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten am Boden am Flughafen stand, Aufklärungsarbeit zu leisten“, erklärte der Diplomat. Er fügte jedoch hinzu, dass es zu früh sei, endgültige Schlüsse zu ziehen, da die Untersuchung des Vorfalls noch läuft.
Wie der Abflug Selenskyjs verzögert wurde
Die moldauische Regierung bestätigte, dass der Abflug des ukrainischen Präsidenten aus dem Land nach Norwegen am 8. September wegen einer russischen Drohne im Luftraum verspätet wurde. In Chișinău erklärte man, dass der Luftraum in diesem Zeitraum wegen des Auftauchens der Drohne vorübergehend gesperrt werden musste, weshalb der Abflug Selenskyjs nach Oslo verschoben wurde. Die Abflugfreigabe erfolgte erst, nachdem bekannt wurde, dass die Drohne in der Nähe des Dorfes Starî Mihaileni im Rajon Rîșcani abgestürzt und explodiert war – rund 160 km vom internationalen Flughafen Chișinău entfernt. Insgesamt wurden wegen der Luftalarmlage am Flughafen drei Abflüge und vier Ankünfte verzögert.
Reaktion Oslos
Als erster berichtete der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre über den Vorfall mit dem Flugzeug Selenskyjs auf dem Weg nach Norwegen. „Sein Flugzeug wurde beim Start aus Moldau beinahe von einer Drohne abgeschossen. So sieht die Realität aus, auf die er stieß“, erklärte der norwegische Regierungschef. Experten, die die Flugbahn bewerten, weisen ebenfalls darauf hin, dass die russische Drohne etwa eine Stunde in der Luft war und über dem Gebiet Moldaus und Rumäniens flog, was das Bild kompliziert und eine detaillierte Analyse der Route erforderlich macht.
Widersprüchliche Angaben
Die Darstellungen der beteiligten Seiten weisen deutliche Abweichungen auf. Laut dem moldauischen Botschafter befand sich das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten, während die Drohne in der Luft war, „am Boden am Flughafen“, der Abflug wurde also erst bis zu ihrem Absturz verzögert. Gleichzeitig erklärte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre, das Flugzeug sei „beim Start aus Moldau beinahe von einer Drohne abgeschossen“ worden. Diese Formulierungen sind nicht identisch: In einer Version hatte die Maschine die Startbahn noch nicht verlassen, in der anderen befand sie sich in der Startphase. Zudem ist die Behauptung, die Drohne sei gezielt auf die Präsidentenmaschine gelenkt worden, eine Einschätzung des moldauischen Botschafters und wird von unabhängigen technischen Feststellungen nicht bestätigt; die offizielle Position Chișinăus beschränkt sich darauf, dass der Vorfall „kein Zufall“ sei, und die Untersuchung laufe weiter. Schließlich deuten die Angaben über den einstündigen Flug der Drohne über Moldau und Rumänien auf eine ausgedehnte Flugbahn hin, die bislang nicht eindeutig mit dem Zeitpunkt der Abflugverzögerung in Verbindung gebracht werden konnte.
Untersuchung und Kontext
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurden keine endgültigen Schlüsse zum Vorfall gezogen: Die Untersuchung läuft noch, und die Version einer gezielten Lenkung der Drohne auf das Flugzeug Selenskyjs bleibt eine Aussage des Diplomaten und kein festgestellter Fakt. Bestätigt sind die Umstände selbst – die Verletzung des moldauischen Luftraums, die vorübergehende Schließung der Flughäfen, die Verzögerung mehrerer Flüge und der Absturz der Drohne im Rajon Rîșcani in der Nähe des Dorfes Starî Mihaileni. Weitere Klarheit kann nur der Abschluss der offiziellen Untersuchung bringen.