Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, kommentierte den Vorfall mit dem Luftfahrzeug, mit dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 8. September von Kischinau nach Norwegen flog. Laut Peskow gab es die zuvor angekündigte Bedrohung des Flugzeugs durch ein Drohnenangriff angeblich nicht. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf TASS. „Was die ephemere Bedrohung für das Flugzeug betrifft, so gab es diese nicht. Das haben die Ukrainer selbst anerkannt“, erklärte der Kreml-Vertreter und fügte hinzu, dass die Ukraine nach seiner Einschätzung „weiterhin auf verschiedene Provokationen zurückgreift“, um ihre „westlichen Kuratoren in den Krieg zu ziehen“.

Position von Kiew und Oslo: Der Vorfall hat stattgefunden

Die Moskauer Version widerspricht den früheren Erklärungen aus Kiew und Oslo. Als erster meldete der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre den Vorfall und erklärte, das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten sei „beim Start aus Moldau knapp von einer Drohne abgeschossen worden“. Auf offizieller Ebene wird der Vorfall in Skandinavien somit als reale Bedrohung und nicht als „ephemeres“ Ereignis eingestuft, wie es Peskow bezeichnete.

Bestätigung durch die moldauischen Behörden

Die moldauische Regierung bestätigte, dass der Abflug Selenskyjs aus dem Land nach Norwegen am 8. September tatsächlich aufgrund eines russischen Drohnenangriffs im Luftraum der Republik verzögert wurde. Die Startfreigabe wurde erst erteilt, nachdem bekannt wurde, dass die russische Drohne nahe des Dorfes Starî Mihaileni im Rajon Rîșcani abgestürzt und explodiert war. Nach vorliegenden Angaben befand sich der Absturzort etwa 160 km vom internationalen Flughafen Kischinau entfernt.

Folgen für den Flughafen und Bewertung des Botschafters

Aufgrund der ausgerufenen Luftalarme wurden am Flughafen Kischinau drei Abflüge und vier Ankünfte verzögert. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Erklärung des moldauischen Botschafters in den USA, Wladislaw Kulminski: Nach seinen Worten könnte die russische Drohne, die den Luftraum des Landes verletzt hatte, gezielt in Richtung des Flugzeugs des ukrainischen Präsidenten geflogen sein. Diese Bewertung deutet darauf hin, dass der Vorfall in Kischinau nicht als zufälliges Erscheinen eines UAV, sondern als mögliche gezielte Aktion betrachtet wird.

Widersprüchliche Daten

Zwischen den Positionen der Parteien besteht ein direktes Widerspruch. Einerseits behauptet Dmitri Peskow, es habe „keine Bedrohung“ für das Flugzeug gegeben und dies hätten „die Ukrainer selbst anerkannt“, und bezeichnet den Vorfall als „ephemer“. Andererseits erklärte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre, das Flugzeug sei „knapp von einer Drohne abgeschossen worden“, und die moldauische Regierung bestätigte die Verzögerung des Abflugs aufgrund einer russischen Drohne im Luftraum und deren Absturz im Rajon Rîșcani. Darüber hinaus ließ der moldauische Botschafter in den USA einen gezielten Flug des UAV in Richtung des Luftfahrzeugs zu. Somit findet die Version des Kremls über das Fehlen jeglicher Bedrohung in den Erklärungen Norwegens und Moldaus keine Bestätigung, die im Gegenteil einen realen Vorfall und seine Folgen für den Flughafenbetrieb feststellen.