Nastja Kamenskych, die Details ihres Privatlebens selten preisgibt, machte in einem Interview mit der Journalistin Katja Gordejewa eine Ausnahme und sprach offen über ein Thema, über das die Öffentlichkeit seit Jahren ohne ihre Beteiligung diskutiert hatte. Die Sängerin erzählte von gescheiterten Versuchen, schwanger zu werden, von einer langwierigen Hormonbehandlung und davon, wie die Erwartungen der Öffentlichkeit sie ohne Kinder als „unvollständig' fühlen ließen. Das Gespräch wurde zu einem der persönlichsten ihrer Karriere und berührte sowohl die medizinische Erfahrung als auch den psychologischen Zustand und sogar die Gerüchte über eine Scheidung von Potap.

Von der „Pflicht' zur Akzeptanz

Laut der Künstlerin sah sie die Geburt eines Kindes lange Zeit als eine Art „Pflicht' an, nicht als persönlichen Wunsch. Auf ihre Ansichten, so gab sie zu, wirkten Stereotype stark ein: Eine Frau ohne Kinder schien nicht als vollwertig gelten zu können. Genau dieser Gedanke, in ihren Worten, „trug' sie und trieb sie dazu, sich an Spezialisten zu wenden. Mit der Zeit änderte sich ihre Haltung: Kamenskych hörte auf, ihr Leben ausschließlich durch die Möglichkeit, Mutter zu werden, zu bewerten, und erklärte, dass „man auch ohne Kinder ein vollwertiges Leben führen kann'.

Vier IVF-Behandlungen und fünf Inseminationen

Die Künstlerin beschrieb ihren medizinischen Weg im Detail: Sie durchlief vier In-vitro-Fertilisations-Behandlungen und fünf Inseminationen. Ihren Worten zufolge war diese Phase nicht nur körperlich, sondern auch psychisch schwer. „Das ist einfach eine Bombe aus Hormonen. Ich verstehe nicht, wie ich das psychologisch ausgehalten habe', teilte sie mit. Am Ende kam die Sängerin zu dem Schluss, dass sie keine Kinder haben kann und nicht will, und nannte diese Geschichte „aufgedrängt'. Dabei betonte sie, dass sie an die Diagnose „Unfruchtbarkeit' nicht als endgültiges Urteil glaubt: „Ja, ich habe meine Besonderheiten, aber das ist nicht das, was meine Unfähigkeit, Kinder zu haben, beeinflusst. Ich komme zu dem Schluss, dass das Universum, Gott mir diese Erfahrung nicht geben möchte'.

Widersprüchliche Angaben

Ein eigener Abschnitt des Interviews widmete sich den Gerüchten über eine Scheidung von Potap, die über einen langen Zeitraum aktiv im Internet diskutiert wurden. Anlass für Spekulationen waren das Fehlen gemeinsamer öffentlicher Auftritte und mehrdeutige Aussagen der Künstler. Kamenskych erklärte jedoch, dass es nie eine offizielle Erklärung zur Scheidung gab: „Wir haben nie gesagt, dass wir geschieden sind, und haben auch nichts darüber geschrieben. Das Wort ‚Scheidung' kam nicht vor. Wir haben das getan, um den Effekt zu verstärken. Den Effekt der Rückkehr des Duos.' Damit widersprechen sich die öffentliche Version der Trennung und die Position des Paares selbst: Ihren Worten zufolge wurden die Gerüchte absichtlich nicht dementiert, um den Marketing-Effekt der Wiedervereinigung des Duos zu verstärken, und spiegelten nicht den tatsächlichen Stand der Beziehung wider.

Unterstützung durch Potap und eine neue Philosophie

Während des Gesprächs unterstützte Potap seine Frau und betonte, dass eine Frau unabhängig davon, ob sie Kinder hat oder nicht, ein vollwertiger Mensch bleibt. Kamenskych ihrerseits definierte ihr eigenes Verständnis von Erfüllung: Ein Kind, so ihre Vorstellung, „kann auch Karriere und Lieder sein'. Sie betrachtet ihre Erfahrung nicht als Urteil, aber auch nicht als etwas, dem sie den traditionellen Szenario „Ehe – Kinder – Familie' folgen will, und akzeptiert das, was gerade geschieht. Für sie ist Erfüllung Kreativität, Musik und Karriere, nicht nur Mutterschaft.

Damit wurde das Interview nicht nur zur Enthüllung einer medizinischen Geschichte, sondern zu einer öffentlichen Überprüfung ihrer persönlichen Position: vom aufgezwungenen Wunsch, unbedingt Mutter zu werden, zur Akzeptanz ihres eigenen Lebens in seiner aktuellen Form. Die Sängerin beschrieb faktisch einen Weg, auf dem die Erwartungen der Öffentlichkeit dem persönlichen Platz machten und das Fehlen von Kindern für sie nicht mehr ein Zeichen der Unvollständigkeit war.