In der Welt des Basketballs entbrennt ein Skandal, der die finanzielle und personelle Struktur einer der führenden Ligen der Welt auf den Kopf stellen könnte. Die Untersuchung der National Basketball Association (NBA) gegen den Verein „Los Angeles Clippers“ und Superstar Kawhi Leonard könnte sich bis 2027 hinziehen. Die Situation wird durch die Tatsache verschärft, dass beide Seiten bereit sind, vor ein Schiedsgericht zu ziehen, wenn sie sich nicht über die Ergebnisse der Prüfung und die Sanktionsmaßnahmen einigen können.
Details der Untersuchung: 28 Millionen und „Insolvenz“
Die Prüfung, die von der Elite-Rechtsanwaltskanzlei Wachtell Lipton durchgeführt wird, dauert bereits fast 10 Monate. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt auf dem Sponsoring-Abkommen von Leonard mit dem Unternehmen Aspiration. Der Vertragsumfang belief sich auf 28 Millionen Dollar. Die NBA verdächtigt die „Clippers“, dieses Geschäft für inoffizielle Zahlungen an den Spieler genutzt zu haben, um das Gehaltsobergrenzen-Limit (Salary Cap) zu umgehen.
Die Besonderheit des Falls besteht darin, dass sich das Unternehmen Aspiration in einem Insolvenzverfahren befindet. NBA-Commissioner Adam Silver hat zugegeben, dass dies die Untersuchung extrem erschwert. Die Anwälte sehen sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, Insolvenzgerichte einzuschalten und unwillige Zeugen zu vernehmen, was den Prozess der Beweissammlung erheblich verlangsamt.
Bedrohung durch Sanktionen und Gegenmaßnahmen
Wenn die NBA Sanktionen ohne unumstößliche Beweise verhängt, sind der Spielerverband (NBPA) und das Management der „Clippers“ bereit, die Entscheidung vor einem neutralen Schiedsgericht anzufechten. Genau diese Perspektive verzögert den Prozess um Jahre. Im Falle einer Bestätigung der Schuld wären die Folgen für den kalifornischen Verein jedoch katastrophal:
- Eine Geldstrafe von bis zu 7,5 Millionen Dollar;
- Der Verlust von Draft-Picks;
- Die Annullierung des Vertrags von Kawhi Leonard;
- Die Disqualifikation von Vereinsfunktionären für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr.
Eingefrorener Transfer nach Toronto
Die Situation mit der Untersuchung hat bereits zu einer Lähmung des Transferspiels geführt. Bereits am 30. Juni hatten sich die „Clippers“ und die „Toronto Raptors“ auf einen spektakulären Tausch geeinigt: Leonard sollte in seinen ehemaligen Verein zurückkehren, während Brandon Ingram, Gradey Dick und ein Paket an Draft-Picks nach Los Angeles ziehen sollten.
Allerdings wurde der Deal am 9. Juli ausgesetzt. Die NBA warnte den kanadischen Verein offiziell: Im Falle der Vollendung des Tauschs würden die „Raptors“ alle Risiken übernehmen. Das bedeutet, dass Toronto einen Spieler mit einem annullierten Vertrag oder einen disqualifizierten Athleten erhalten könnte. Trotz dieser Risiken bekräftigen beide Franchises, dass sie beabsichtigen, den Deal abzuschließen, sobald die Situation geklärt ist.