Stand 27. August 2026 läuft in Nepal eine groß angelegte Such- und Rettungsaktion nach verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen, die die Bergregionen des Landes heimgesucht haben. Laut nepalesischer Polizei sind bereits 177 Tote bestätigt, mehr als 1100 Einheimische und Touristen gelten als vermisst. Unter den Vermissten befinden sich mindestens 55 ukrainische Staatsbürger, was die Lage zu einer der am stärksten beachteten für die ukrainische Diaspora und das diplomatische Vertretung macht.

Zusammensetzung der ukrainischen Gruppen

Wie näher ausgeführt, handelt es sich um zwei touristische Gruppen aus 47 bzw. 7 Ukrainern sowie um eine ukrainische Staatsbürgerin, die Teil einer ausländischen Reisegruppe war. Die lokalen Behörden betonten, dass derzeit keine Informationen über Ukrainer unter den Toten oder Verletzten vorliegen. Die ukrainischen Diplomaten sind aktiv in die Suchaktion eingebunden und koordinieren ihre Maßnahmen mit den lokalen Diensten.

Daten des Tourismusverbandes

Der Tourismusrat Nepals meldete 644 vermisste Reisende, darunter 517 Ausländer und 127 nepalesische Staatsbürger. Auf der Liste der Vermissten werden Bürger Indiens, der USA, der Ukraine, Malaysias, Australiens, Großbritanniens, Kanadas, Deutschlands, Frankreichs und anderer Länder genannt. Die Such- und Rettungsarbeiten werden in den Gebieten Rasuwa, Nuwakot, Dhading und Gorkha durchgeführt, der Zugang zu einigen der betroffenen Gebiete ist jedoch wegen des ungünstigen Wetters und erheblicher Straßenschäden äußerst schwierig.

Widersprüchliche Daten

In offenen Quellen wird eine Diskrepanz bei der Zahl der Vermissten festgestellt: Landesweit sind laut Polizei mehr als 1100 Menschen vermisst, während der Tourismusrat Nepals die Zahl von 644 vermissten Reisenden nennt. Der Unterschied erklärt sich aus dem unterschiedlichen Umfang: Die erste Zahl umfasst alle Vermissten (Einheimische und Touristen), die zweite nur registrierte Reisende. Beide Seiten sind sich jedoch einig, dass die genauen Daten mit dem Fortschreiten der Suchtrupps fortlaufend aktualisiert werden. Auch die Dynamik ist zu beachten: Am 26. August wurde die Zahl der vermissten Ukrainer auf 53 geschätzt, am 27. August bereits auf 55.

Umfang der Operation und Risiken

Insgesamt wurden 7415 Angehörige der Sicherheitskräfte zur Durchführung der Such- und Rettungsaktion in den betroffenen Gebieten eingesetzt. Die nepalesischen Behörden warnen vor einer realen Gefahr neuer Überschwemmungen und Erdrutsche, die die ohnehin schwierigen Arbeitsbedingungen der Retter weiter erschweren könnten. Zuvor wurde berichtet, dass eine verheerende Flut die Grenze zwischen Nepal und Tibet erfasst und ein weites Berggebiet betroffen hat.