Der russische Machtapparat hat die offene Vorbereitung auf Szenarien begonnen, die mit der Einführung des Kriegsrechts und neuen Wellen der Einberufung zusammenhängen. Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ZBD) beim Rat für Nationale Sicherheit und Verteidigung (SNBO) der Ukraine hat Änderungen in den Normativdokumenten der Rosgvardija festgestellt.
Schutz vor Bedrohungen durch die Mobilmachung
Erstmals in der Geschichte enthalten die aktualisierten Regeln des Zivilschutzes der Rosgvardija direkte Erwähnungen des Schutzes vor Bedrohungen, die während der Mobilmachung und des Kriegsrechts entstehen. Die Aufnahme solcher Bestimmungen in die Regelwerke der Sicherheitsbehörden deutet darauf hin, dass Moskau im Voraus Aktionsprotokolle zur Unterdrückung möglicher Massenunruhen entwickelt, die nach der Verkündung einer weiteren Einberufung folgen könnten.
Experten des ZBD stellen fest, dass, trotz der Versuche der russischen Behörden, das tatsächliche Ausmaß der Probleme an der Front zu verschleiern, systematische Änderungen in der Gesetzgebung und die Einrichtung neuer Militärübungsplätze auf eine Vorbereitung auf eine großangelegte Mobilmachung hindeuten.
Pläne des Kremls und Hilfe aus Nordkorea
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass der russische Führer Wladimir Putin die Bedingungen für eine Ausweitung der Mobilmachung innerhalb des Landes vorbereitet. Laut dem Staatsoberhaupt der Ukraine plant der Kreml zudem, zusätzliche Kräfte aus dem Ausland, insbesondere aus Nordkorea, heranziehen.
Laut Angaben des ukrainischen Geheimdienstes hofft Moskau, weitere rund 30.000 nordkoreanische Soldaten zu erhalten. Um deren Aufnahme zu gewährleisten, wird bereits seit Juni in der Region Woronesch aktiv an der Infrastruktur gearbeitet.
Erwartung einer neuen Phase der Einberufung
In Kiew wird berichtet, dass die ukrainischen Geheimdienste Informationen über die Vorbereitung einer neuen Phase der Mobilmachung durch den Kreml haben, die bereits in den nächsten Monaten beginnen könnte. Laut Selenskyj könnte die bevorstehende Welle der Einberufung in die russische Armee beträchtlich sein, was von den Behörden harte Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung erfordern wird.