Das Test- und Messzentrum (ZUKO) bei der Nationalen Agentur für Qualitätssicherung in der Bildung hat den offiziellen Bericht über die Ergebnisse des Nationalen Multi-Profile-Tests (NMT) 2026 veröffentlicht. Das Dokument erfasst die Durchschnittspunkte der Teilnehmer für jedes Fach auf einer Skala von 100 bis 200 Punkten; dabei ist die zentrale Klarstellung des Zentrums die Berechnungsmethode: Die Durchschnittswerte werden nur für jene Bewerber angegeben, die den Schwellenwert für das jeweilige Fach überschritten und ein Ergebnis im Bereich von 100–200 Punkten erzielt haben. Das bedeutet, dass Teilnehmer, die den Mindestschwellenwert nicht erreicht haben, nicht in die Statistik einfließen — dies ist bei der Interpretation der Zahlen zu berücksichtigen.
Umfang der Prüfung: fast 360.000 registrierte Teilnehmer
Laut Bericht haben sich 2026 fast 360.000 Teilnehmer für den NMT registriert, tatsächlich haben jedoch 329.000 Personen an der Prüfung teilgenommen. Die Differenz zwischen der Zahl der Registrierten und der tatsächlich Geprüften spiegelt den Anteil der Bewerber wider, die eine Anmeldung vorgenommen, aber nicht zur Prüfungssitzung erschienen oder den Vorgang nicht abgeschlossen haben. Auf dieser Basis von 329.000 Personen basieren die weiteren Kennzahlen zur Überschreitung der Schwellenwerte und zu den Durchschnittsergebnissen.
Deutsch an der Spitze, Mathematik am Ende
Unter allen Fächern des NMT 2026 wurde das höchste Durchschnittsergebnis für die deutsche Sprache verzeichnet — 156 Punkte, was sie zur Spitzenreiterin des Rankings macht und den allgemeinen Trend zu höheren Ergebnissen in Fremdsprachen bestätigt. Am anderen Ende des Spektrums befindet sich die Mathematik mit einem Durchschnitt von 131,9 Punkten — dem niedrigsten Wert unter allen Prüfungsfächern. Damit beträgt die Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Fach im Durchschnitt mehr als 24 Punkte, was den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad und das unterschiedliche Vorbereitungsniveau in den einzelnen Richtungen unterstreicht.
Fast 40.000 haben den Schwellenwert in Mathematik nicht erreicht
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Statistik der Nichtbestehens des Schwellenwerts. In Mathematik haben fast 40.000 NMT-Teilnehmer die Prüfung nicht bestanden, was mehr als 12 % aller Geprüften entspricht. Insgesamt haben 48.500 Bewerber den Schwellenwert in mindestens einem Fach nicht überschritten. Diese Zahlen zeigen, dass die Mathematik für einen erheblichen Teil der Bewerber weiterhin die wichtigste „Engstelle' bei der Zulassung und der entscheidende Faktor für die Gesamtpunktzahl bleibt.
Debatte über die Pflichtmäßigkeit der Mathematik geht weiter
Im Sommer 2026 wurde in der Gesellschaft und im Expertenumfeld intensiv über die Zweckmäßigkeit diskutiert, die Mathematik als Pflichtfach des NMT beizubehalten. Der damalige Bildungsminister Oksen Lisowyi trat öffentlich gegen die Streichung dieses Faches aus der Prüfung ein. Laut Bericht vertritt auch der neue Bildungsminister Andrei Butenko eine ähnliche Position, was das geltende Modell der Pflichtmathematik für die absehbare Zukunft konserviert und die Erwartungen eines Teils der Bewerber auf eine mögliche Lockerung der Anforderungen enttäuscht.
Der abschließende Bericht des ZUKO bestätigt somit ein beständiges Bild: Fremdsprachen bleiben die Stärke der Teilnehmer, die Mathematik ist ein systemisches Problem mit einem zweistelligen Nichtbestehensanteil, und die politische Entscheidung über die Pflichtmäßigkeit des Faches bleibt bestehen. Für Bewerber, die bereits ihre offiziellen Ergebnisse erhalten haben oder darauf warten, dienen diese Daten als Orientierung bei der Bewertung des Wettbewerbs und der Planung der weiteren Zulassung.