Das Verteidigungsministerium Südkoreas teilte am Donnerstag, dem 24. August 2026, mit, dass Nordkorea weiterhin Vorbereitungen für die Sendung eines neuen Truppenkontingents an die Russische Föderation trifft. Wie die Behörde betonte, wurden derzeit keine Anzeichen für einen sofortigen Beginn der Entfaltung festgestellt. Das Verteidigungsgeheimdienstamt (DODA) registriert logistische Aktivitäten in den Grenzregionen der DVRK, jedoch wurde das tatsächliche Grenzüberqueren durch die nächste Kolonne bislang nicht festgestellt. Laut Angaben aus Kiew hat die Gesamtzahl der nordkoreanischen Soldaten, die sich bereits auf russischem Gebiet befinden, 8.500 Personen erreicht, darunter 400 Operatoren von unbemannten Systemen.

Neue Welle: Drohnenoperatoren im Fokus

Am 21. August, also erst vor drei Tagen, wurde bekannt, dass eine weitere Welle nordkoreanischer Soldaten in Russland eingetroffen ist. Im Gegensatz zu früheren Kontingenten, in denen Infanterieeinheiten dominierten, machen diesmal Drohnenoperatoren einen erheblichen Anteil der Ankömmlinge aus. Vizechef des Hauptgeheimdienstamtes des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Wadim Skibizkyj, bestätigte in einem Gespräch mit CNN, dass die Gesamtzahl der nordkoreanischen Militärangehörigen in der RF 8.500 Personen erreicht hat, davon 400 Spezialisten für die Drohnensteuerung. Dies zeigt, dass Moskau das nordkoreanische Kontingent zunehmend in Aufgaben im Zusammenhang mit dem Einsatz von UAVs einbindet, die zu einem der Schlüsselfaktoren an der Front geworden sind.

Mehr als 15 Millionen Geschosse: Umfang der Artilleriehilfe

Nach Schätzungen des südkoreanischen Verteidigungsministeriums hat Nordkorea Russland bereits mehr als 15 Millionen Artilleriemunitionsgeschosse im Kaliber 152 Millimeter geliefert. Zum Vergleich: Im Juli 2025 hatte Seoul diese Zahl noch auf 12 Millionen Geschosse geschätzt. Der Lieferumfang ist somit im Laufe eines Jahres um mindestens 25 % gestiegen. Neben Artilleriemunition übergibt Pjöngjang Moskau weiterhin Waffensysteme, einschließlich ballistischer Kurzstreckenraketen. Der südkoreanische Geheimdienst stellt fest, dass die Präzision dieser Raketen im Kampfeinsatz dank Daten vom Schlachtfeld sowie technischer Beratung und Komponentenzulieferung durch russische Spezialisten wahrscheinlich zugenommen hat.

Ballistische Raketen und Mehrfachraketenwerfer: Fertigstellung der Entwicklung

Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilte außerdem mit, dass die Entwicklung bestimmter ballistischer Raketen und Mehrfachraketenwerfer der DVRK, die laut Analysten für einen möglichen Konflikt mit der Republik Korea bestimmt sind, dem Abschluss nahe ist. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Mittelstreckenballistikrakete „Hwasong-12“, die bis zum US-Territorium Guam fliegen kann: Laut Seoul wird sie für den operativen Einsatz vorbereitet. Die interkontinentalen Raketen Nordkoreas können theoretisch das Festland der USA erreichen, jedoch wurden Schlüsseltechnologien – insbesondere die Wiedereintritts- und Rückführung der Sprengköpfe in die Atmosphäre – bislang nicht unter realen Bedingungen erprobt. Alle Vorabstarts erfolgten entlang einer hochgezogenen (lofted) Bahn, was eine Bestätigung der Funktionsfähigkeit des Systems im Kampfeinsatz entlang einer Standardballistikbahn nicht zulässt.

Widersprüchliche Daten

In offenen Quellen sind bei der Bewertung von Tempo und Umfang der Verlegung Abweichungen zu beobachten. Einerseits formuliert die Schlagzeile einer Reihe ukrainischer Medien (dialog.ua) die Lage als „Verlegung der DVRK-Truppen nach Russland findet nicht statt“, was den Schluss des südkoreanischen Geheimdienstes über das Fehlen von Anzeichen einer sofortigen Entfaltung widerspiegelt. Andererseits bestätigen dieselbe Quelle und die ukrainischen Geheimdienstangaben, dass die Vorbereitung auf eine neue Sendung läuft und am 21. August bereits eine weitere Gruppe von Soldaten in der RF eingetroffen ist. Die Formulierung „findet nicht statt“ bezieht sich somit auf den aktuellen Moment (Fehlen einer tatsächlichen Verlegung in den nächsten Tagen), während die strategische Vorbereitung und Logistik andauern. Darüber hinaus gibt es auch beim Umfang der gelieferten Geschosse einen zeitlichen Spielraum: Die RFI-Daten vom Juli 2025 nennen 12 Millionen, während die aktuelle Schätzung des südkoreanischen Verteidigungsministeriums mehr als 15 Millionen beträgt. Der Unterschied erklärt sich durch die Lieferdynamik der vergangenen 13 Monate und nicht durch einen Zahlenfehler.

Kontext und Perspektiven

Die Lage des nordkoreanischen Kontingents in Russland entwickelt sich weiter: Von Infanterieeinheiten, die in Verteidigungsoperationen eingesetzt werden, geht Moskau über zum Einsatz von UAV-Spezialisten und vermutlich zu komplexeren Aufgaben. Die Steigerung der von der DVRK gelieferten Geschosse auf 15 Millionen belegt, dass Pjöngjang einer der wichtigsten Lieferanten von Artilleriemunition für die russische Armee bleibt. Gleichzeitig nutzt die DVRK die Zusammenarbeit mit der RF, um ihre eigenen Bewaffnungen zu verbessern: Der Zugang zu russischen Komponenten und Kampferfahrung ermöglicht es, die Erprobung ballistischer Raketen und Mehrfachraketenwerfer zu beschleunigen. Für Südkorea und seine Verbündeten entsteht dadurch eine doppelte Herausforderung – sowohl an der ukrainischen Front als auch in der Perspektive eines möglichen Konflikts auf der Koreanischen Halbinsel.