Der ukrainische Außenminister Andriy Sybiga hat während eines Briefings die harte Position Kiews bezüglich einer möglichen Aufstellung nordkoreanischer Raketenverbände auf russischem Territorium dargelegt. Der Diplomat erklärte, dass solche Formationen im Falle ihres Auftretens automatisch zu einem legitimen militärischen Ziel für die ukrainischen Streitkräfte werden.

Legitimes Angriffsziel

Sybiga betonte, dass es sich nicht nur um diplomatischen Druck, sondern um konkrete militärische Maßnahmen handelt. „Diese Systeme, falls sie aufgestellt werden, müssen zerstört werden. Sie werden sofort zum Ziel, sie werden zu einem legitimen Ziel, einem militärischen Ziel, daher wird es entsprechend eine Reaktion unserer Streitkräfte geben', zitiert RBC-Ukraine den Minister.

Das offizielle Kiew stützt sich auf Daten des Hauptnachrichtendienstes (HUR), die, wie der Diplomat sagte, in der Regel ihre Genauigkeit bestätigen. Sybiga merkte an, dass die Ukraine eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang registriert, was ernste Besorgnis auslöst.

Gefahr für die indo-pazifische Region

Der Außenminister wies darauf hin, dass die Vertiefung der Beziehungen zwischen Russland und Nordkorea nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die globale Sicherheit Risiken birgt, insbesondere für die Länder der indo-pazifischen Region. In diesem Zusammenhang koordiniert die Ukraine ihre Aktivitäten aktiv mit ihren Verbündeten, einschließlich Japan und Südkorea, für die diese Situation echte Bedrohungen darstellt.

Sybiga rief die internationale Gemeinschaft auf, ihre Anstrengungen zu bündeln, um die Sanktionen zu verschärfen und das Regime in Pjöngjang zu isolieren. Ziel dieser Maßnahmen sollte es sein, Druck auf Russland auszuüben, um den Krieg zu beenden und die Aggression zu stoppen.

Aufstellung in der Region Woronesch

Angesichts dieser Aussagen berichten westliche Quellen über den Beginn der Aufstellung eines nordkoreanischen Raketenverbandes im Westen Russlands. Laut dem HUR wird in der Region Woronesch eine Einheit gebildet, deren Stärke bis zu 90 Soldaten betragen könnte. Zu ihrer Zusammensetzung gehören wahrscheinlich sechs Startfahrzeuge, die mit 120 ballistischen Raketen bewaffnet sind.

Neue Raketen und die Tragödie bei Krywyj Rih

Russland hat wahrscheinlich bereits eine neue Lieferung ballistischer Raketen von Nordkorea erhalten und setzt sie nach einer fast einjährigen Pause intensiver ein. Das Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass ukrainische Radare Spuren registriert haben, die den nordkoreanischen Modellen KN-23 oder KN-24 entsprechen, bei einem Angriff auf ein Dorf in der Nähe von Krywyj Rih.

Bei diesem Angriff traf eine Rakete das Haus einer Großfamilie im Dorf Radushne. Die Tragödie forderte das Leben des Ehepaares und ihrer sieben Kinder. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte diesen Vorfall einen Beweis dafür, dass der Aggressor sich mit dem „wahnsinnigen Regime' Nordkoreas verbündet hat, um Raketen zu erhalten und ukrainische Kinder zu töten.