Norwegen sichert den Umfang der Hilfe für 2027 zu
Die norwegische Regierung hat offiziell ein neues, umfangreiches Unterstützungspaket für die Ukraine für das Jahr 2027 angekündigt, das in seinem Umfang dem aktuellen Jahr entspricht. Laut Angaben der Behörden plant Oslo, Kiew 85 Milliarden norwegische Kronen zu gewähren, was etwa 9,2 Milliarden US-Dollar entspricht. Damit bleibt das Niveau der finanziellen, militärischen und humanitären Hilfe auf dem Stand von 2026, was die Stabilität der norwegischen Position inmitten des andauernden Konflikts unterstreicht.
Breite politische Unterstützung im Parlament
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre betonte, dass die Entscheidung über die Fortsetzung der Unterstützung eine breite politische Basis im Land genießt. „Die Unterstützung Norwegens wird fortgesetzt. Sie wird von allen Parteien im Parlament unterstützt. Im Jahr 2027 werden wir die Unterstützung auf dem gleichen Niveau wie in diesem Jahr halten, rund 9 Milliarden US-Dollar“, erklärte er. Die einheitliche Front der politischen Kräfte in der Frage der Hilfe für Kiew schließt, so der Ministerpräsident, das Risiko einer Kürzung der Unterstützung vor neuen Budgetzyklen aus.
Umfassender Charakter und Prioritäten der Ukraine
Die norwegische Seite präzisierte, dass die Hilfe umfassend sein und die militärische, humanitäre und finanzielle Komponente umfassen wird. Dabei wurde als Schlüsselprinzip das Recht Kiews erklärt, die Prioritäten selbst festzulegen. „Dies wird den Prioritäten der Ukraine entsprechen. Die Ukraine bestimmt die Bedürfnisse, und wir tun alles Mögliche, um darauf zu reagieren“, betonte Støre. Dieser Ansatz ermöglicht es Oslo, die Ressourcen je nach den aktuellen Anforderungen der ukrainischen Seite flexibel umzuverteilen.
Langfristige Investition in die Sicherheit Europas
Separat betonte der Ministerpräsident, dass die Unterstützung der Ukraine für Norwegen langfristigen Charakter hat und nicht mit dem Krieg endet. „Die Unterstützung und der Wiederaufbau der Ukraine sind keine bloße Hilfe. Dies ist eine Investition in die eigene Sicherheit Europas“, erklärte Støre. Eine solche Rhetorik fixiert einen Wandel in der Wahrnehmung der Unterstützung: Sie wird nicht als einmalige Wohltätigkeit, sondern als strategische Investition in die Sicherheitsarchitektur des Kontinents interpretiert.
Kontext: Luftabwehr und das Programm PURL
Die Ankündigung des neuen Pakets erfolgt vor dem Hintergrund bereits umgesetzter Schritte. Im Juli 2026 kündigte Norwegen die Gewährung von 3 Milliarden norwegischen Kronen, oder etwa 268 Millionen Euro, zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr an; ein Teil der Mittel wird für den Kauf von Raketen für Patriot-Systeme verwendet. Norwegen wird gemeinsam mit Dänemark, Deutschland und Kanada im Rahmen des Programms PURL Raketen direkt in den USA bestellen, und um die Lieferungen zu beschleunigen, plant Oslo, einen Teil der Munition bei Ländern zu erwerben, die sie bereits auf Lager haben.