Padel, das noch vor wenigen Jahren für ein breites Publikum eine Exotik war, erlebt heute einen wahren globalen Boom. In der Ukraine gewinnt dieser Trend trotz des andauernden Krieges mit unglaublicher Geschwindigkeit an Fahrt. Wir haben mit dem Sportdirektor des Clubs «SvitoPadel», dem ukrainischen Meister der Jahre 2024–2025 und Nationalspieler Stanyslaw Arhipow gesprochen, um zu verstehen, was hinter dem schönen Bild der Premium-Plätze steckt und warum diese Sportart zum Magneten für Investoren wird.

Warum Padel Tennis schlägt: Ökonomie und Sozialisierung

Das Hauptgeheimnis des Erfolgs von Padel liegt in seiner Zugänglichkeit und seinem sozialen Format. Im Gegensatz zum klassischen Tennis, bei dem ein Anfänger möglicherweise Monate des Trainings mit einem Trainer benötigt, um den Ball überhaupt im Spiel zu halten, ermöglicht Padel, den Spaß am Prozess praktisch ab der ersten Stunde zu erleben. Nach ein paar Trainingseinheiten kann man bereits einen Ballwechsel führen und den Nervenkitzel spüren.

Der zweite Schlüsselfaktor ist die Sozialität. Das Format «zwei gegen zwei» verwandelt jedes Match in Networking. Die Leute kommen nicht nur, um zu trainieren, sondern um Zeit mit Freunden zu verbringen, neue Leute kennenzulernen und das Spiel danach bei einer Tasse Kaffee zu besprechen. Genau deshalb bilden sich rund um Padel so schnell starke Communities.

Für Investoren ist auch die Ökonomie der Flächennutzung wichtig. Ein Standard-Padelplatz nimmt 200 Quadratmeter (20 mal 10 Meter) ein. Auf der Fläche, auf der ein Tennisplatz Platz findet, können ungefähr drei Padelplätze untergebracht werden. Dies schafft in Kombination mit dem Pay-per-Play-Modell (Bezahlung für eine bestimmte Spieltunde) ein klares und effektives Monetarisierungsschema.

Der ukrainische Markt: Wachstum trotz Krieg

Der ukrainische Markt befindet sich bereits in der Phase eines aktiven Padel-Booms. Trotz der Kampfhandlungen wächst die Anzahl der Clubs und Plätze weiter. Die Menschen sind bereit, Geld nicht nur für das Spiel selbst, sondern für das gesamte Erlebnis rund um es herum auszugeben: Training, Turniere, soziale Veranstaltungen. Investoren, sowohl ausländische als auch lokale, sehen hier eine Perspektive.

Der Krieg beeinflusst die Investitionsentscheidungen jedoch erheblich. Der Planungshorizont ändert sich, Fragen der Sicherheit, der Autonomie des Objekts (Stromerzeugung) sowie der Logistik und der Mietkosten rücken in den Vordergrund. Stanyslaw Arhipow stellt fest, dass es derzeit entscheidend ist, nicht einfach nur einen Club zu eröffnen, sondern das operative Modell unter Berücksichtigung der Realitäten des Jahres 2026 richtig zu berechnen.

Ökonomie des Starts: Wie viel kostet der Einstieg?

Die Frage nach den Kosten für die Eröffnung eines Clubs «schlüsselfertig» hat keine universelle Antwort, da vieles vom Format, der Lage und dem Vorhandensein eigener Immobilien abhängt. Wenn wir über die Ausrüstung sprechen, kann ein Padelplatz in Kiew im Jahr 2026 ungefähr 25.000 bis 30.000 Dollar kosten, ohne die Bauarbeiten. Die Montage auf einem bereits vorbereiteten Untergrund fügt weitere etwa 5.000 Dollar hinzu. Aber das ist nur ein Teil des Puzzles: Die Vorbereitung des Raumes, die Beleuchtung, die Zoneneinteilung und die Infrastruktur müssen separat berechnet werden.

Widersprüchliche Daten

In der Expertenwelt gibt es unterschiedliche Ansichten bezüglich der Amortisationszeit von Padel-Clubs unter den aktuellen Bedingungen. Einige Quellen nennen basierend auf vorkriegsmodellen eine Frist von 2–3 Jahren. Stanyslaw Arhipow und eine Reihe anderer Marktexperten weisen jedoch darauf hin, dass die tatsächliche Amortisationszeit in der Ukraine im Jahr 2026 aufgrund steigender Betriebskosten (Energie, Sicherheit, Logistik) und der Instabilität erheblich höher sein kann und eine individuelle Berechnung für jedes Projekt erfordert. Eine einheitliche Zahl auf dem Markt gibt es derzeit noch nicht.