Am 14. Juli stießen Nutzer des Messengers Telegram weltweit auf ein unerwartetes Problem: Kurze Links im Format t.me ließen sich nicht mehr öffnen. Dies führte dazu, dass über Webbrowser kein Zugriff auf Kanäle und Profile möglich war, obwohl die App selbst weiter funktionierte. Der Vorfall, der zu einem globalen Ausfall führte, war das Ergebnis eines technischen Fehlers bei der Umsetzung der Sanktionsanforderungen der USA.

Sanktionen gegen VPN und ein Blockierfehler

Ursache des Ausfalls waren die Aktionen des Betreibers der Domänenzone .me – der Firma doMEn. In einer Pressemitteilung, die nach einer Anfrage von Pavel Durov veröffentlicht wurde, gab das Unternehmen bekannt, dass der Betrieb des Dienstes vorübergehend aufgrund von Anforderungen des US-Amts zur Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) eingestellt wurde.

Alles begann mit Sanktionen, die das US-Finanzministerium am 13. Juli gegen den Dienst First VPN Service (1VPNS) und seinen Administrator Dmitri Raschewski verhängte. In der offiziellen Pressemitteilung des Finanzministeriums wurde unter den aufgeführten Adressen des Dienstes auch sein Telegram-Kanal genannt: t.me/FirstVPNService.

Am nächsten Tag, dem 14. Juli, führte der Betreiber der Domänenzone .me die formale Anfrage zur Sperrung durch. Aufgrund eines technischen Fehlers wurde jedoch nicht nur der genannte Kanal gesperrt, sondern die gesamte Domain t.me, die selbst nicht unter Sanktionen steht.

Reaktion von Pavel Durov und eine vorübergehende Lösung

Der Gründer von Telegram, Pavel Durov, reagierte schnell auf die Situation und wandte sich öffentlich an den Domain-Betreiber in dem sozialen Netzwerk X:

«Hey @domainME, links stopped working. Can you look into it?»

Während an der Behebung des Fehlers gearbeitet wurde, startete der Messenger einen Notfallprotokoll. Um die Verfügbarkeit von Inhalten zu gewährleisten, leitete der Dienst die Nutzer vorübergehend auf seine alte Domain telegram.me weiter, die bis Ende 2016 verwendet wurde. Links in diesem Format öffneten sich direkt in der App, konnten jedoch in Webbrowsern Fehlermeldungen auslösen.

Wiederherstellung des Betriebs

Nach dem Eingreifen von Durov und der Aufklärung der Umstände hob die Firma doMEn den Status serverHold für die Domain auf. Derzeit ist der Betrieb von t.me vollständig wiederhergestellt, und Nutzer können wieder uneingeschränkt über kurze Links navigieren. Der Vorfall zeigte, wie fragil die Internetinfrastruktur bei der automatischen Umsetzung von Sanktionslisten ohne detaillierte Überprüfung der Adressen sein kann.