In der Welt des Fußballs entwickelt sich eine der faszinierendsten Geschichten der letzten Jahre. Nach dem erwarteten Abschied von Josep Guardiola vom „Manchester City' tauchte ein unerwartetes Ziel für das spanische Genie am Horizont auf – die italienische Nationalmannschaft. Wie die Zeitung La Gazzetta dello Sport berichtet, steht der ehemalige Trainer der „Citizens' auf der Shortlist für die Position des Nationaltrainers.

Maldinis Plan: Verzicht auf Kompromisse

Die Initiative geht vom neuen technischen Direktor des italienischen Fußballverbandes, dem legendären Paolo Maldini, aus. Sein Vertrag ist bis zur Weltmeisterschaft 2030 befristet, und von den ersten Tagen an erklärte er seinen Willen, eine vollständige Reform durchzuführen und auf banale sowie kompromissbehaftete Lösungen zu verzichten.

Durch diesen Ansatz wurden Namen aus der Liste der Favoriten gestrichen, die zuvor als unangefochtene Favoriten galten. Weder Antonio Conte noch Roberto Mancini werden mehr als Hauptkandidaten betrachtet. Die Führung des Verbandes ist der Ansicht, dass diese Spezialisten nicht für die globale Revolution geeignet sind, die die „Azzurri' unter den aktuellen Bedingungen benötigen.

Finanzielle Herausforderung und Unterstützung der Vereine

Die Verhandlungen mit Guardiola versprechen schwierig zu werden. Das Hauptargument der Italiener ist der langjährige Wunsch des Trainers selbst, bei einem großen internationalen Turnier mit einer Nationalmannschaft zu arbeiten. Es gibt jedoch ein ernsthaftes Hindernis: die finanzielle Frage.

In seiner Abschiedssaison in England verdiente Guardiola etwa 25 Millionen Euro. Das Budget des italienischen Verbandes reicht bei weitem nicht für ein solches Gehalt. Doch die neue Führungsmannschaft hat einen Trumpf im Ärmel: die Solidarität der Vereine der Serie A. Die Oligarchen und Besitzer der Erstligisten sind so sehr am Kommen des Spaniers interessiert, dass sie bereit sind, einen gemeinsamen finanziellen Beitrag zu leisten, um die kosmischen Forderungen des Trainers teilweise zu decken.

Alternative Optionen und historischer Kontext

Der Erfolg von Maldinis Mission hängt von einer feinen hinter den Kulissen betriebenen Diplomatie ab. Sollte Guardiola ablehnen, haben die Italiener bereits einen Notfallplan parat, der auf bekannte Namen setzt: Carlo Ancelotti oder Andrea Pirlo.

Der Bedarf an einem Kurswechsel für den italienischen Fußball ist kritisch. Die italienische Nationalmannschaft, vierfacher Weltmeister (1934, 1938, 1982, 2006), durchlebt die tiefste Krise in ihrer Geschichte. Der letzte vernichtende Schlag war das Ausscheiden vor der WM 2026. Im Playoff-Finale der Qualifikation unterlag die Mannschaft der bosnisch-herzegowinischen Auswahl im Elfmeterschießen.

Diese Niederlage setzte einen historischen Negativrekord: Italien wurde zur ersten Nationalmannschaft in der Geschichte unter den ehemaligen Titelträgern, die drei Weltmeisterschaften in Folge verpasste – 2018, 2022 und 2026. Das letzte Mal, dass die Italiener bei einer WM antraten, war 2014, wo sie die Gruppenphase nicht überstehen konnten.