Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat die jüngsten Aussagen der litauischen Führung über eine mögliche militärische Aggression Moskaus scharf kommentiert. In einem Gespräch mit russischen Medien bezeichnete der Kreml-Vertreter die Bedenken Vilnius' als eine „Portion Schreckgespenster', die dazu dienen, die Stimmung zu schüren.

„Hasspolitik' und NATO-Infrastruktur

Gitanas Nausėda, der Präsident Litauens, hatte zuvor erklärt, dass das Land über Geheimdienstinformationen zu neuen aggressiven Plänen Russlands verfüge. Nach seinen Worten beabsichtige Wladimir Putin, die Einheit des NATO-Blocks zu testen. Als Reaktion darauf warf Peskow den baltischen Staaten vor, ihre eigene Bevölkerung mit einer erfundenen Bedrohung einzuschüchtern. Nach Ansicht des Pressesprechers besteht das wahre Ziel solcher Aussagen darin, mehr militärische Infrastruktur des Nordatlantikbündnisses in die Region zu holen.

Besonders kritisierte Dmitri Peskow Lettland. Er erklärte, dass in dem Land eine „Hasspolitik gegenüber allem Russischen' betrieben werde, die angeblich ständig stattfindet und auf Ablehnung in Moskau stößt.

Der Ukraine-Track und die Lage im Iran

Während des Briefings berührte Peskow auch das Thema des Krieges Russlands gegen die Ukraine und verknüpfte es mit möglichen diplomatischen Initiativen der USA. Er teilte mit, dass der Kreml über Kommunikationskanäle Signale erhalten habe, wonach Washington bereit sei, die Arbeit auf der ukrainischen Achse fortzusetzen, nachdem die Krise rund um den Iran beigelegt worden sei.

Die Situation in der Region des Persischen Golfs charakterisierte der Kreml-Vertreter als in einer Phase der Degradation befindlich. Außerdem erwähnte er die Aussage des US-Präsidenten Donald Trump über ein potenzielles Schließen des Himmels über der Ukraine und stellte fest, dass Moskau bisher nichts dergleichen von offiziellen Stellen gehört habe.

Kontext: Von der „Operation' zum Krieg

Zur Erinnerung: Anfang Juli hatte Dmitri Peskow bereits erklärt, dass die russische „Spezielle Militäroperation' ursprünglich als begrenzte Aktion geplant war. Allerdings sei sie, wie er sagte, aufgrund des Eingreifens des Westens zu einem echten Krieg geworden. Diese Worte fielen vor dem Hintergrund anhaltender Kampfhandlungen und einer Verschärfung der Rhetorik zwischen Moskau und den baltischen Staaten.