Rekord-Verteidigungsbudget
Am 19. August 2026 stellte das japanische Verteidigungsministerium einen Entwurf für ein Rekord-Verteidigungsbudget für das nächste Haushaltsjahr in Höhe von 8,9 Billionen Yen (etwa 60 Milliarden US-Dollar) vor. Nach vorliegenden Angaben könnte der endgültige Betrag nach der Verabschiedung des Budgets Ende des Jahres auf etwa 10 Billionen Yen steigen. Damit dokumentiert das Dokument bereits auf der Stufe des Vorschlags ein historisches Maximum der Verteidigungsausgaben.
Reaktion Pjöngjangs
Die Koreanische Zentralagentur (KCNA) erklärte mit Verweis auf einen Kommentar in der Zeitung „Rodong Sinmun“, die Ausweitung des japanischen Militärbudgets sei ein „gefährlicher Schritt“, der die Region und die Welt weiter destabilisieren könne. Pjöngjang behauptet, der starke Anstieg der Militärausgaben werde zu einer Erweiterung der militärischen Fähigkeiten führen, die darauf abzielen, die Vorbereitung auf den Krieg abzuschließen, und erklärt, die internationale Gemeinschaft werde diesen Schritt nicht hinnehmen und „entschlossen mit der Kraft der Einheit“ antworten.
Vorwürfe des Militarismus
Laut KCNA behauptet Pjöngjang, dass die Ausgaben Japans eines erheblichen Teils seines Verteidigungsbudgets nicht dem Aufbau eines „Friedensstaats“ dienen. Nordkorea wirft Tokio vor, den Vorwand der „Verteidigung“ und „Selbstverteidigung“ zu nutzen, um das eigentliche Ziel – die Stärkung der militärischen Macht – zu verschleiern. In dieser Logik wird der Anstieg der Ausgaben nicht als defensive Maßnahme, sondern als Element einer offensiven Umstrukturierung betrachtet.
Die Frage der Tomahawk-Kreuzraketen
Im Rahmen derselben Kritik rügte Nordkorea Japan wegen der Stationierung US-amerikanischer Tomahawk-Kreuzraketen. Dieser Aspekt wurde Berichten zufolge zu einem der Schlüsselpunkte im Vorwurf an Tokio, das offensive Potenzial aufzubauen und eine enge militärische Integration mit den Verbündeten anzustreben.
Kontext und Bedeutung
Die Erklärung Pjöngjangs unterstreicht die angespannten Beziehungen zwischen Nordkorea und Japan vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsausgaben Tokios. Obwohl die endgültige Höhe des Budgets noch nicht verabschiedet wurde, hat bereits die Vorlage eine scharfe Reaktion der DVRK ausgelöst, was auf die hohe Sensitivität der Region gegenüber jeder Änderung der japanischen Militärpolitik hinweist.