Warschau hat seine Vision für die Teilnahme an einer möglichen internationalen Friedenstruppenmission in der Ukraine dargelegt. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat die Grenzen der polnischen Beteiligung klar definiert: Das Land ist bereit, eine logistische Plattform bereitzustellen, schließt jedoch die Teilnahme seiner Armee an Kampf- oder Friedenstruppenoperationen aus.

Logistik statt Soldaten

Sikorski machte diese Aussage im Rahmen der Treffen der Koalition der Willigen in Paris, wo Fragen der Sicherheit und der Zukunft der Ukraine diskutiert wurden. Laut dem Leiter der polnischen Diplomatie ist die Nutzung des polnischen Territoriums und der Infrastruktur zur Unterstützung der Operation ein akzeptables Format. Ein direktes Engagement polnischer Soldaten in einer solchen Mission hält Warschau jedoch für nicht zweckmäßig.

Die Entscheidung über das Format der Unterstützung und der Sicherheitsgarantien nach Beendigung des Konflikts sollte laut Sikorski bei der Ukraine liegen. „Nur die Ukraine hat das Recht, ihre eigene Zukunft zu bestimmen', betonte der Minister.

Die Schlüsselrolle der USA

Eine wichtige Voraussetzung für Warschau bleibt die Einbindung der Vereinigten Staaten. Sikorski bezeichnete die Teilnahme der USA an der Unterstützung der Ukraine und dem zukünftigen System der Sicherheitsgarantien als „wünschenswert und sehr wichtig'. Ohne den amerikanischen Faktor wird die polnische Seite wahrscheinlich keine Effizienz bei der Schaffung langfristiger Sicherheitsmechanismen sehen.

Historische Streitigkeiten und Versöhnung

Separat berührte der Minister die heiklen Fragen historischer Differenzen zwischen den beiden Ländern. Sikorski ist der Meinung, dass die aktuellen Streitigkeiten vor allem der Ukraine schaden. Er erklärte, dass eine echte Versöhnung nur auf der Grundlage der Wahrheit und einer ehrlichen Aufarbeitung der Vergangenheit möglich ist, und forderte die Parteien zu einem Dialog auf, der frei von politischen Spekulationen ist.

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