Polnische Spezialeinheiten haben als erste unter den NATO-Mitgliedstaaten in Deutschland einen Lehrgang absolviert, der von den US-„Green Berets“ auf Grundlage der realen Kampferfahrung der ukrainischen Streitkräfte im Konflikt mit Russland entwickelt wurde. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf Associated Press. Nach dem Konzept der Entwickler wurde die Übung ursprünglich für die eigenen Spezialeinheiten der USA erstellt, und ihr Szenario basierte auf konkreten Problemen, mit denen die ukrainischen Truppen im ходе der Kampfhandlungen konfrontiert waren. Das zentrale Element der Trainingseinheit war das verdeckte Vordringen durch die gegnerischen Linien und die Bekämpfung eines Ziels mit Hilfe eines Drohnen.
Dritte Generation der Übungen auf der Basis in Hohenfels
Die Übungen begannen am Freitag auf einem Übungsplatz in der Nähe des deutschen Hohenfels und werden dort bereits zum dritten Mal durchgeführt. Zuvor hatte das Programm ausschließlich amerikanische Teams absolviert, daher war die Teilnahme der polnischen Spezialeinheiten der erste Schritt, der das Format über die USA hinausführte. Laut AP spielt sich das Geschehen auf einem Gebiet von etwa 1100 Quadratmeilen ab und dauert mehrere Tage. Zu Beginn musste die polnische Gruppe unbemerkt an einem amerikanischen Luftlandeeinheit vorbeigehen, die den Gegner simulierte und eine fiktive Frontlinie aufbaute.
Sechzig Meilen durch die deutsche Landschaft
Anschließend verlangte das Szenario von der Mannschaft, rund 60 Meilen deutscher Landschaft zu überwinden – vorbei an Höfen, Dörfern, privaten und staatlichen Überwachungskameras sowie der 40.000-Einwohner-Stadt Amberg –, um einen anderen Übungsplatz in der Nähe von Grafenwöhr zu erreichen und ein fiktives Ziel zu zerstören. Die gesamte Überquerung wurde zu einer mehrtägigen Prüfung der Tarnung und Navigation unter Bedingungen, die realen Kampfaufgaben eines tiefen Raids so nah wie möglich kamen.
Zivile Kleidung und „echte“ Zuschauer
Der Schlüsselgriff war der Wechsel des Erscheinungsbilds: Während der Überquerung zogen die polnischen Soldaten ihre Uniform aus und kleideten sich in zivile Kleidung, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die meisten deutschen Anwohner wussten nichts von der Durchführung der Übungen und wurden so zu einem echten, nicht nur fiktiven Test für die Fähigkeit der Spezialeinheiten, sich unter der Zivilbevölkerung zu „verlieren“. Falls jemand aus der Gruppe verdächtigt und der Polizei gemeldet wird, erreicht diese Information nach dem Szenario die Militärs, was es ermöglicht, den Standort der Mannschaft zu ermitteln.
Jagd aus der Luft und vom Boden
Parallel zur Überquerung suchten amerikanische Truppen die polnischen Spezialeinheiten mit eigenen Drohnen auf – in früheren Versionen der Übung standen ihnen mehr als hundert unbemannte Fluggeräte zur Verfügung. Bei der Feststellung der Gruppe kamen zusätzliche Kräfte ins Spiel: Militärpolizei mit Hunden oder neue Drohnen. Laut Szenario konnten die Teilnehmer fiktiv „gefangen genommen“ oder „getötet“ werden, was den Kurs maximal belastungsresistent und der Kampfwirklichkeit nahe machte.
Kontext: Gedenkränke in Verteidigungsbüros und Tusk-Aufruf
Diese Übungen finden vor dem Hintergrund wachsender Warnsignale in der Region statt. Unbekannte brachten Trauerkränze in die Büros von Verteidigungsunternehmen in Litauen und Tschechien – darauf befanden sich Berichten zufolge Fotos der Leiter, und die Vorfälle ereigneten sich in beiden Ländern nahezu gleichzeitig; in Litauen wurde Russland des Einsatzes verdächtigt. In diesem Zusammenhang rief der polnische Ministerpräsident Donald Tusk zur Stärkung der Luftverteidigung der Ukraine auf und erklärte, dass Russland zu einer neuen Eskalation bereit sei und die nächsten sechs Monate für die Sicherheit der gesamten Region entscheidend sein würden.