Der stellvertretende Leiter des Präsidialamts der Ukraine, Pawel Palisa, erklärte gegenüber Journalisten, dass die ukrainische Seite eine nachhaltige Tendenz zur Verringerung des Vormarschtempos der russischen Truppen an der Front feststellt. Nach seinen Angaben bleibt die Länge der aktiven Kampflinie erheblich und beträgt rund 1200 Kilometer. „Bei uns bleibt die Tendenz zur Verringerung des Vormarschtempos des Gegners stabil erhalten. Es bleibt eine aktive Kampflinie von etwa 1200 Kilometern“, betonte der Vertreter des Präsidialamts und fügte hinzu, dass die Dynamik der Ereignisse in bestimmten Abschnitten der Front ihm „begrenzten Optimismus“ gebe.

Besuch Selenskyjs in der Richtung Charkiw (Alexandrowka)

Palisa berichtete auch über die kürzliche Reise des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu den Einheiten, die Aufgaben in der Richtung Alexandrowka erfüllen. Es handelt sich um Einheiten der Fallschirmsturmtruppen, die, wie der Vertreter des Präsidialamts angab, seit langer Zeit dort aktive Aktionen durchführen. Während des Besuchs berichteten die Militärs zusammen mit dem Befehlshaber dem Präsidenten über die Pläne für die weitere Arbeit in dieser Richtung, was nach Einschätzung Kiews auf die Bereitschaft hinweist, Offensive Operationen in lokalen Abschnitten fortzusetzen.

Philosophie der aktiven Verteidigung

Die Ukraine beabsichtigt, wie Palisa erklärte, weiterhin der Konzeption der aktiven Verteidigung zu folgen. „Aktive Aktionen in bestimmten Abschnitten der Front werden dennoch geplant und fortgesetzt. Die Philosophie der aktiven Verteidigung bleibt erhalten“, betonte er. Damit zieht Kiew eine Bilanz der aktuellen Phase der Kampfhandlungen als einer Periode, in der die Initiative in bestimmten Richtungen allmählich zu Gunsten der Verteidigungskräfte verschiebt, jedoch ohne Erklärung einer totalen Offensive entlang der gesamten Front.

Gleichgewicht der Territorien im Jahr 2026

Im Präsidialamt wurde gesondert darauf hingewiesen, dass die Ukraine den Abstand zwischen den Flächen der von Russland besetzten Gebiete und den von den Verteidigungskräften seit Beginn des Jahres 2026 befreiten Gebieten allmählich verringert. Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass dieser Indikator bis Ende des laufenden Jahres ausgeglichen werden könnte, was nach dem Konzept Kiews zum Schlüsselindikator für die Effizienz der Verteidigungsoperationen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 werden soll.

Widersprüchliche Daten

Die Einschätzung Kiews über die Verlangsamung des Tempos des Gegners widerspricht direkt der Position der russischen Führung. So erklärte Wladimir Putin laut TASS, dass Russland der Ukraine keine Chance geben werde, den Vormarsch der russischen Truppen zu stoppen. Das heißt, während die ukrainische Seite von „vermindertem Tempo“ und „begrenztem Optimismus“ spricht, behauptet die russische Seite im Gegenteil die Aufrechterhaltung der Offensivdynamik und die Unfähigkeit Kiews, den Vormarsch zu stoppen. Beide Seiten liefern sich widersprechende Charakterisierungen der aktuellen Phase der Kampfhandlungen, und eine unabhängige Verifizierung dieser Aussagen unter den Bedingungen der Geschlossenheit der Front bleibt äußerst begrenzt. Die Differenz in den Zahlen und Interpretationen des Vormarschtempos kann heute von keiner der Seiten objektiv bestätigt werden.