In der Nacht vom 28. auf den 29. August 2026 kam es infolge eines russischen Drohnenangriffs auf Objekte im Buchansker Rajon der Oblast Kiew im Dorf Mila zu einer massiven Detonation von Munition. Der Brand an der Einschlagsstelle war von einer Kettenreaktion aus Explosionen von Geschossen, Minen, weiterer Munition und Drohnen begleitet. Laut Angaben aus der Ansprache des Präsidenten, die durch regionale Meldungen bestätigt wurden, stieg die Zahl der Toten bis zum 29. August auf 37; unter den Verletzten und Evakuierten waren mehr als 200 Einwohner. Der Staatschef bezeichnete die Lage als „erschütternd“ und verknüpfte sie mit der illegalen oder unsicheren Lagerung von Sprengstoffen in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern.

Verlauf der Ereignisse und Umfang der Detonation

Laut den in der Ansprache Wolodymyr Selenskyjs dargelegten und von RBC-Ukraine wiedergegebenen Informationen traf der erste Einschlag im Dorf Mila eine Munitionslagerstätte, die nach Worten des Präsidenten „sicherlich nicht“ an einem solchen Ort sein dürfe. Ab diesem Zeitpunkt begann die Detonation in großem Umfang: Es explodierten Geschosse, Minen, weitere Munition und Drohnen. Der Angriff wurde am Abend des 28. August mit Drohnen auf Lagerstätten im Buchansker Rajon durchgeführt; Brand und nachfolgende Explosionen führten zur Evakuierung von mehr als 200 Personen aus der Einschlagszone. Lokale Behörden und Rettungsdienste arbeiteten über Nacht und am Morgen des 29. August vor Ort.

Reaktion des Präsidenten: „furchtbare Nachlässigkeit“

Wolodymyr Selenskyj erklärte in einer öffentlichen Ansprache: „Eine furchtbare Lage, furchtbare Nachlässigkeit derjenigen, die Sprengstoffe direkt neben Menschen lagerten.“ Er betonte, dass es nach dem Vorfall in Wyschnewe bereits der zweite ähnliche „Verstoß“ sei, den er als „völlig inakzeptabel“ bezeichnete. Der Präsident äußerte die Hoffnung, dass die Einzelheiten des Vorfalls der Öffentlichkeit schnell vorgelegt würden. Separat dankte er den Rettungskräften und allen, die vor Ort und an anderen Orten russischer Einschläge Menschen helfen.

Ermittlungen und Frage der Verantwortung

Nach Worten Selenskyjs habe er die Lage mit dem Generalstaatsanwalt, dem Innenministerium, dem SBU und dem Oberbefehlshaber besprochen und dabei betont, dass alle notwendigen Instrumente für die Ermittlungen bei diesen Behörden lägen. Die Staatsanwaltschaft habe bereits mit der Prüfung der Rechtmäßigkeit der Lagerung von explosiven Gegenständen an diesem Ort begonnen. Parallel dazu rief das Verteidigungsministerium, wie ukrainische Medien berichten, die Leiter der Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes auf, ein vollständiges Audit der Munitionslagerstätten durchzuführen, um das Wiederholen solcher Vorfälle auszuschließen.

Widersprüchliche Angaben

In den Erklärungen der beteiligten Seiten und in den Materialien des Faktenchecks gibt es eine Diskrepanz bei der Einordnung der Lagerstätte selbst und bei der Verteilung der Verantwortung. Auf der einen Seite weist Selenskyj darauf hin, dass der erste Einschlag eine „Munitionslagerstätte“ der Verteidigungskräfte traf, besteht aber gleichzeitig darauf, dass ein solches Lager „sicherlich nicht“ in der Nähe von Menschen sein dürfe – er wirft der Lagerung also faktisch Illegalität oder Unsicherheit vor. Auf der anderen Seite verschiebt der Aufruf des Verteidigungsministeriums an die OPK-Leiter, ein Audit der Lagerstätten durchzuführen, den Schwerpunkt der Verantwortung auf die Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes und deren Logistik. Somit bleibt, solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, die Frage offen: Handelte es sich um ein legales Lager der Verteidigungskräfte, das gegen Sicherheitsnormen verstoßend platziert wurde, um ein Objekt, für das Strukturen des OPK verantwortlich sind, oder gar um ein illegales Lager? Beide Versionen tauchen im öffentlichen Raum auf und bedürfen der Prüfung durch die Ermittlungen.

Opfer und Folgen

Bis zum 29. August belief sich die Zahl der bei der Detonation im Dorf Mila Getöteten auf 37; unter den Opfern war Taras Didytsch, der Vorsitzende der Dmytriwka-Gemeinde. Es wird auch über Verletzte berichtet; mehr als 200 Personen wurden aus der Einschlagszone evakuiert. Die Ermittlungen zur Klärung der Umstände der Lagerung von Sprengstoffen in der Nähe von Menschen sowie der Verantwortung konkreter Personen und Strukturen laufen weiter. Die Zahl der Toten und Verletzten kann sich im Zuge des Abschlusses der Rettungsarbeiten und der Arbeit der Staatsanwaltschaft ändern.