Am Dienstag, dem 1. September, griffen russische Besatzer das Terminal der „Nowa Poczta“ in der Oblast Odessa an. Laut Informationen, die RBC-Ukraine aus einer Erklärung des Chefes der Odessaer Regionalen Militärverwaltung, Oleh Kyper, zitiert, geriet infolge des Angriffs das Gebäude des Postterminals in Brand. Dies ist bereits nicht der erste Treffer auf dieses Objekt: Kyper betonte, dass das Terminal „bereits zuvor bei feindlichen Angriffen beschädigt worden war“.

Erklärung des OVA-Chefs: „Der Feind fährt fort, die zivile Infrastruktur zu bombardieren“

Oleh Kyper merkte in seiner Ansprache an, dass „der Feind weiterhin Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Oblast Odessa verübt“. Seinen Worten zufolge haben die Rettungsdienste den nach dem Einschlag ausgebrochenen Brand schnell gelöscht. Am Ort des Vorfalls arbeiteten zum Zeitpunkt der Erklärung alle zuständigen Dienste. Der OVA-Chef teilte außerdem mit, dass bei diesem Beschuss niemand verletzt wurde.

Wiederholter Angriff auf ein als verloren erklärtes Objekt

Bemerkenswert ist, dass bereits einen Tag vor dem neuen Schlag – am 31. August – die Russen dasselbe Terminal der „Nowa Poczta“ in der Oblast Odessa angegriffen hatten. Auch nach jenem Beschuss brach auf dem Objekt ein Feuer aus. Das Unternehmen „Nowa Poczta“ erklärte damals, dass das innovative Terminal infolge des feindlichen Angriffs zerstört und „nicht wiederherstellbar“ sei. Somit traf der Schlag vom 1. September ein Objekt, das formal bereits als verloren galt, was den systematischen Charakter der russischen Angriffe auf die Logistikinfrastruktur der Ukraine unterstreicht.

Umfang der Zerstörungen laut Bewertung des Unternehmens

Die „Nowa Poczta“ berichtete nach dem Angriff vom 31. August, dass durch den Treffer eine Sortierlinie nach europäischem Standard zerstört wurde. Unter den Mitarbeitern des Unternehmens wurde an jenem Tag niemand verletzt. Der wiederholte Schlag vom 1. September hat vermutlich zu zusätzlichen Schäden am ohnehin zerstörten Gebäude geführt, konkrete Angaben zu neuen Zerstörungen wurden jedoch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erklärung Kypers nicht gemacht.

Kontext: Angriff auf einen Lkw in der Oblast Charkiw

Am Morgen des 31. August, also am selben Tag wie der Schlag auf das odessische Terminal, griff ein russisches Drohnenflugzeug einen Lkw der „Nowa Poczta“ im Dorf Blisnjuki in der Oblast Charkiw an. Infolge des Einschlags geriet das Fahrzeug in Brand, der Fahrer wurde verletzt. Der Vorfall zeigt, dass die russischen Streitkräfte in den letzten Tagen gezielt auf logistische und Transportanlagen des größten ukrainischen Zustelldienstes in verschiedenen Regionen gleichzeitig zielen.

Lage vor Ort und weitere Maßnahmen

Zum Zeitpunkt der Erklärung des OVA-Chefs war der Brand auf dem Gelände des Terminals eingedämmt und gelöscht. Vor Ort arbeiteten Rettungs-, medizinische und Ermittlungsdienste. Offizielle Informationen darüber, ob das Objekt wiederhergestellt oder vollständig abgerissen wird, lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Die „Nowa Poczta“ hatte bereits zuvor erklärt, dass das Terminal nach dem Angriff vom 31. August nicht wiederhergestellt werden kann, und der wiederholte Treffer vom 1. September macht eine Wiederaufnahme des Betriebs an diesem Ort äußerst unwahrscheinlich.