Im Kreml haben sich die Ansätze zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine grundlegend geändert. Laut Insiderberichten hat Wladimir Putin endgültig auf ein Szenario verzichtet, das die Rückgabe eines Teils der besetzten Gebiete an Kiew vorsieht. Dieser Schritt ist eine Reaktion auf eine Reihe von diplomatischen Misserfolgen und die Eskalation der Kampfhandlungen.

Scheitern der Verhandlungen auf Alaska

Ein Schlüsselfaktor für die Kursänderung war das Ende des Treffens mit dem US-Präsidenten Donald Trump auf Alaska. Quellen in der Präsidentschaftsadministration berichten, dass der Staatschef von der amerikanischen Seite kein einziges gewünschtes Ergebnis in der Ukraine-Frage erzielen konnte. Die Erkenntnis des Scheiterns der Verhandlungen führte dazu, dass Putin seine Position radikal änderte und die Idee territorialer „Zugeständnisse' verwarf, die zuvor mit Washington und Kiew diskutiert worden waren.

Neue Ziele: Donezk und Pufferzonen

Laut Aussagen anonymer Quellen konzentriert sich die aktuelle Strategie des Kremls auf die Herstellung einer vollständigen militärischen Kontrolle über die Oblast Donezk. Darüber hinaus plant Russland, die Grenzgebiete der Oblaste Sumy und Charkiw als Pufferzonen zu behalten. Insider betonen, dass Russland nur dann wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren wird, wenn das Ziel der Eroberung der gesamten Oblast Donezk erreicht ist.

Faktoren der Eskalation und Sanktionsdruck

Die Verschärfung der Position Moskaus fiel mit der Intensivierung ukrainischer Angriffe auf Ziele im tiefen Hinterland Russlands zusammen. Insbesondere die Angriffe auf Moskau lösten eine massive Treibstoffkrise im angreifenden Land aus. Ein weiterer Katalysator für die harte Linie war die Entscheidung von Donald Trump, ein neues Gesetz über „Höllensanktionen' gegen die RF zu unterstützen, dessen Urheber der verstorbene Senator Lindsey Graham war. Das Dokument sieht Zölle von bis zu 100 % für die fünf größten Abnehmer russischen Öls und Gases vor.

Lage an der Front und personelle Umstrukturierungen

Angesichts der Strategieänderung im Kreml intensivieren sich die Aktionen an der Front. Zuvor wurde berichtet, dass die Streitkräfte der Ukraine (SUU) auf verschiedene Szenarien an der Tschernihiw-Kiewer Achse vorbereitet sind. Im ukrainischen Militärführungskreis gab es zudem bedeutende personelle Veränderungen: Am 21. Juli ernannte Präsident Selenskyj Mychajlo Drap zum neuen Oberbefehlshaber der SUU. Darüber hinaus gab Alexander Syrskyj seine erste Erklärung im Zusammenhang mit seinem Rücktritt ab.