Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret unterzeichnet, das am 1. August in Kraft tritt. Das Dokument sieht eine Erhöhung der Sollstärke der Streitkräfte Russlands um 27.000 Soldaten vor. Als offizieller Grund für die Erweiterung wird die Schaffung neuer militärischer Bauverbände genannt.
Neue Zahlen und Vorgeschichte
Durch das unterzeichnete Dekret wird die Gesamtzahl des Personals in der russischen Armee 2.426.000 Menschen erreichen. Dabei wird die Zahl der aktiven Militärangehörigen um 25.000 Einheiten auf 1.535.000 Menschen steigen. Dies ist nicht die erste solche Entscheidung in letzter Zeit: Eine vorläufige Erweiterung der Streitkräfte Russlands wurde bereits im März und Juni 2026 durchgeführt.
Position der russischen Behörden
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Andrei Kartapolow, hatte zuvor erklärt, dass Russland keine neue Mobilisierung ankündigen müsse, da „ausreichend Freiwillige“ für die Fortsetzung der Kampfhandlungen gegen die Ukraine vorhanden seien. Dennoch wird die Rechtsgrundlage weiterhin in Richtung einer Erweiterung der Möglichkeiten zur Einberufung von Bürgern geändert.
Am 22. Juli verabschiedete die Staatsduma einen Gesetzesentwurf, der Bürgern mit nicht getilgtem Vorstrafen erlaubt, Verträge mit dem russischen Verteidigungsministerium abzuschließen, selbst in Zeiten, in denen formal eine Mobilisierung stattfindet. Diese Entscheidung könnte den Personalreservestamm der Armee erheblich erweitern.
Reaktion Kiews
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommentierte die Maßnahmen Moskaus. Laut ihm bereitet Putin sich darauf vor, „einfach neue Russen in den Krieg zu ziehen“, wobei dieser Prozess unter anderen offiziellen Formulierungen getarnt wird. Kritiker weisen darauf hin, dass die Erweiterung des Personalbestands nur eines der Instrumente zur Vorbereitung auf eine Eskalation des Konflikts ist.