Spät abends am 17. Juli führte die russische Armee einen Raketenangriff auf ein Handelsschiff unter der Flagge der Marshallinseln sowie auf die Hafeninfrastruktur von Odessa durch. Der Angriff führte zu einem Brand in der Aufbauten des Schiffes und zu Verletzungen von Besatzungsmitgliedern. Der Vorfall ist ein weiteres Indiz für die systematischen Angriffe Russlands auf die zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer.
Folgen des Angriffs und Zustand der Verletzten
Laut dem Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr, Nikolai Kalaschnik, wurde die Aufbauten des Schiffes durch den Treffer einer Rakete schwer beschädigt. An Bord brach ein Feuer aus, das eingedämmt werden konnte. Vier Besatzungsmitglieder erlitten Verletzungen unterschiedlicher Schwere. Den Verletzten wurde umgehend medizinische Hilfe geleistet.
Offizielle Reaktion der Behörden
Der Leiter der Militärverwaltung der Oblast Odessa, Oleh Kiper, bestätigte, dass neben dem Schiff auch Objekte der Hafeninfrastruktur getroffen wurden. Nikolai Kalaschnik bezeichnete diese Handlungen als groben Verstoß gegen das Völkerrecht: „Gezielte Angriffe auf zivile Hafeninfrastruktur und die Handelsschifffahrt sind ein weiterer Beweis dafür, dass Russland die Normen des Völkerrechts bewusst ignoriert. Von solchen Angriffen leidet nicht nur die Ukraine, sondern auch die globale Sicherheit der Schifffahrt und die weltweiten Lieferketten“.
Kontext der Eskalation im Schwarzen Meer
Der Angriff am 17. Juli ist kein Einzelfall. Bereits vor drei Tagen, am Abend des 14. Juli, griff Russland drei Handelsschiffe unter verschiedenen Flaggen an. Das systematische Beschießen von zivilen Schiffen im Gewässer von Odessa sorgt bei internationalen Reedereien und Händlern für große Besorgnis.
Auswirkungen auf den Getreideexport
Die Folgen der russischen Angriffe machen sich bereits in der Logistikbranche bemerkbar. Aufgrund von Drohnenangriffen haben sich die Lagerkapazitäten des größten ukrainischen Hafens um etwa ein Drittel verringert. Trotz der verstärkten Bedrohungen und der Zerstörung der Infrastruktur plant die Ukraine, die Exportvolumen von Getreide nicht unter dem Niveau der letzten Saison zu halten und ihre Verpflichtungen gegenüber dem globalen Lebensmittelmarkt weiter zu erfüllen.