Am 1. September 2026 beginnt an der Charkower Nationalen Karasin-Universität das neue Studienjahr, das mit dem Start der Wahlkampagne für das Rektoratsamt zusammenfällt. Dies erklärte Tatjana Kaganowska auf ihrer Facebook-Seite, die die Universität seit 2021 leitete. Ihren Worten zufolge hat sie offiziell ihre полномочия als kommissarische Rektorin niedergelegt, um auf Augenhöhe mit den anderen Kandidaten an der Wahl teilzunehmen.
Das Prinzip gleicher Bedingungen und Transparenz
„Vor uns liegt eine neue Etappe: die Rektoratswahl an der Karasin-Universität. Ich werde daran teilnehmen. Für mich ist es grundsätzlich, dass die Kandidaten unter gleichen Bedingungen antreten und der Wahlprozess offen, transparent und fair verläuft. Genau deshalb lege ich ab dem 1. September meine полномочия als kommissarische Rektorin nieder“, betonte Kaganowska in ihrer Ansprache. Sie teilte zudem mit, dass sie ihr Wahlprogramm dem Organisationskomiteu übergeben und eine Reihe von Treffen mit den Belegschaften der Fakultäten der Universität beginnen werde.
Verzicht auf die Verschiebung demokratischer Verfahren
Zuvor hatte Tatjana Kaganowska in einem Interview mit dem Magazin „Apostrof“ erklärt, warum die Universität beschlossen habe, die Wahl nicht auf ruhigere Zeiten zu verschieben. „Wir wollen uns nicht hinter den Umständen des Krieges verstecken und auf demokratische Verfahren verzichten“, erklärte die Leiterin der Hochschule. Damit betonte die Führung des ChNU, dass die Universität auch im Ausnahmezustand ihre Verpflichtung gegenüber den inneren demokratischen Verwaltungsmechanismen wahre.
Dialog mit der Belegschaft über die Zukunft der Universität
Kaganowska erklärte, sie wolle einen „offenen und ehrlichen Dialog über die Zukunft der Karasin-Universität: was wir bewahren, was wir ändern und was wir gemeinsam besser machen können“. „Ich glaube an unsere Universität. Ich glaube an unsere Menschen. Und ich weiß, dass wir gemeinsam noch sehr viel für unsere Universität tun können“, fügte sie hinzu. Die Treffen mit den Fakultäten sollen, so ihr Plan, eine Plattform für die Diskussion der Entwicklungsstrategie der Hochschule in den kommenden Jahren bieten.
Kontext: Herausforderungen des ukrainischen Hochschulwesens
Zuvor hatte Tatjana Kaganowska im Gespräch mit RBC-Ukraine darüber gesprochen, wie es dem ChNU gelungen war, die Zahl ukrainischer Studierender trotz des Krieges zu erhöhen, erklärte, warum die Naturwissenschaften eine schwere Phase durchleben, und warnte vor der demografischen Krise, die die ukrainischen Hochschulen in den nächsten 5–10 Jahren erwartet. Diese Themen werden voraussichtlich die Schwerpunkte der Wahlprogramme der Kandidaten und der Diskussionen mit der Belegschaft der Universität sein.