Der Leiter des Zentrums gegen Desinformation beim Sekretariat des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, Andrei Kowalenko, erklärte, dass Russland zu einer Taktik übergegangen ist, kleine Mengen von Strahl-Drohnen in Wellen abzuschießen, um Kiew zu lähmen. Seinen Worten zufolge verfügt der Gegner nicht über die Ressourcen für massierte Angriffe, daher setzt man auf häufige, aber kleine Salven. „Das Ziel ist es, die Luftabwehr und die Bevölkerung zu erschöpfen“, betonte Kowalenko und fügte hinzu, dass zur Bekämpfung dieser Taktik entsprechende Entscheidungen getroffen werden. Die Erklärung kam vor dem Hintergrund einer Serie nächtlicher Angriffe auf die Logistikinfrastruktur der Oblast Kiew.
Taktik der „Wellen“: Was das Zentrum gegen Desinformation sagt
Der zentrale Punkt von Kowalenkos Aussage besteht darin, dass der Gegner die Größe jeder Drohnenwelle bewusst begrenzt, um den vorhandenen Bestand nicht vollständig aufzubrauchen, und dabei das ukrainische Luftabwehrsystem in einem Zustand ständiger Bereitschaft zu halten. Nach Einschätzung des Zentrums zielt dieser Ansatz weniger auf die Erreichung konkreter taktischer Ziele, sondern vielmehr auf die systematische Erschöpfung der Luftabwehrmittel und den psychologischen Druck auf die Zivilbevölkerung. Das Zentrum gegen Desinformation verspricht, auf dieses Schema zu reagieren – es geht um die Anpassung der Abschusstaktik und die Verteilung der Flugabwehr-Raketenkomplexe.
Nächtliche Angriffe auf die Logistik in der Oblast Kiew
Die Worte von den Wellenangriffen coinciderten mit tatsächlichen nächtlichen Schlägen. In der Nacht zum 28. August griffen russische Kräfte Lagerräume der „Nowa Poschtscha“ in der Hromada Belohorodka in der Oblast Kiew an: Nach dem ersten Treffer führte der Gegner noch zwei weitere Schläge auf dieselbe Position aus, während am Ort noch die Brandbekämpfung lief. In der Nacht davor wurde ein massierter Angriff auf die Logistikinfrastruktur der Region durchgeführt – die Verteilzentren der Handelsketten „Fara“, „Dom IhruSchok“ und Comfy wurden beschädigt oder zerstört. Laut den Angaben in der Mitteilung wurde die Oblast Kiew nach dem ersten nächtlichen Schlag noch 28 weiteren feindlichen Angriffen ausgesetzt.
Strahl-Drohnen als neues Problem für die Luftabwehr
Der Kontext dieser Schläge ist breiter: Nach Einschätzung westlicher und ukrainischer Beobachter setzt Russland zunehmend Strahl-Drohnen ein und zwingt die Ukraine, teure Luftabwehr-Raketen auf den Abschuss relativ billiger Ziele zu verwenden. Wie im Juli 2026 in Euronews sowie in Materialien, die auf The Telegraph verweisen, angemerkt wurde, werden die neuen russischen Strahl-Drohnen zu einem spürbaren Problem für die ukrainische Luftabwehr, da ihre Geschwindigkeit und ihr Flugprofil den Abschuss erschweren. Dies macht jede „kleine Welle“ zu einem wirtschaftlich ungünstigen Szenario für den Verteidiger, was die von Kowalenko beschriebene Logik bestätigt.
Was weiter
Die Kombination aus häufigen Wellensalven auf Kiew und Schlägen auf die Logistik der Oblast Kiew deutet auf einen Versuch des Gegners hin, gleichzeitig auf die Hauptstadt Druck auszuüben und die Lieferketten zu untergraben. Die ukrainische Seite erklärt, dass Entscheidungen zur Bekämpfung dieser Taktik vorbereitet werden. Die Dynamik des Einsatzes von Strahl-Drohnen und die Effektivität ihres Abschusses bleiben einer der Schlüsselfaktoren, die die Belastung des Luftabwehrsystems in den kommenden Wochen bestimmen.