An der Front in der Ukraine ist ein rasantes Wachstum bei der Nutzung von unbemannten Bodenkampfsystemen (UGV) zu verzeichnen. In den letzten sechs Monaten hat sich die Anzahl der Missionen mit ihrem Einsatz mehr als verdoppelt. Die zentralisierten Lieferungen neuer Technik durch den Staat, die den Bedarf der Armee decken sollten, werden jedoch bis Ende des Sommers verschoben.

Dies teilte Wiktor Pawlow, Gründer der UGV-Schule und Offizier des UGV-Bataillons der 3. separaten Sturmbrigade, in einem Interview mit RBC-Ukraine mit. Laut ihm steigt die Intensität des Robotereinsatzes trotz Verzögerungen bei den Verträgen, und die Anzahl der Einheiten, die diese Technik beherrschen, nimmt ständig zu.

Rechtliche Kollision und Steuer auf Roboter

Der Hauptgrund für die Verschiebung der Lieferfristen ist ein bürokratisches und rechtliches Problem. Die staatlichen Verträge für den Kauf von Bodengrundrobotern wurden mit Verspätung erst im April abgeschlossen. Ein Schlüsselfaktor für die Verzögerung war die Kollision mit der Mehrwertsteuer (USt).

Seit dem 1. Januar 2026 wurde in der Ukraine die Mehrwertsteuer auf Elektrofahrzeuge wieder eingeführt. In der Gesetzgebung wurden unbemannte Bodenkampfsysteme dieser Kategorie von Technik gleichgestellt. Infolgedessen stiegen die Kosten für UGV für die Streitkräfte um 20 % im Vergleich zu unbemannten Luftfahrzeugen (UAV), die ohne Steuer erworben werden.

Die Lösung der Frage zur Anwendung der Mehrwertsteuer wurde im Haushalt verankert, was jedoch Zeit in Anspruch nahm. Die Hersteller benötigen Zeit für den Einkauf von Komponenten und den Start der Produktionslinien unter den neuen Bedingungen. Aus diesem Grund werden die ersten Lieferungen von Technik im Rahmen staatlicher Verträge nicht vor Ende des Sommers erwartet.

Freiwillige schließen die Lücken

Während die Armee auf zentrale Lieferungen wartet, wird der Bedarf an Technik auf andere Weise gedeckt. Der Kauf von UGV wird weiterhin unabhängig durchgeführt – mit aktiver Unterstützung von Freiwilligenfonds. Dies ermöglicht es den Einheiten, ihre Arbeit nicht einzustellen und die Robotertechnik weiterhin in Kampfaufgaben zu integrieren.

Experten stellen fest, dass trotz der raschen Entwicklung der Robotik die traditionelle gepanzerte Technik ihre Schlüsselrolle auf dem Schlachtfeld beibehält. In der NAUDI wurde zuvor betont, dass UGV erhebliche technische Einschränkungen aufweisen. Panzerfahrzeuge bleiben der einzige zuverlässige Schutz für Soldaten vor Angriffen von FPV-Drohnen und Minenfeldern, während Roboter unterstützende und Aufklärungsfunktionen erfüllen.