US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass Iran weiterhin „bezahlen“ werde – mit seinen Tankern – für den Beschuss amerikanischer Kriegsschiffe, und dass Washington Teheran weiter wirtschaftlich „ersticken“ wolle. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Übertragung von DRM News. Laut dem Leiter des US-Außenministeriums verlor Iran in der Nacht zum 9. September weitere fünf Tanker: Vier davon wurden beschädigt, einer versenkt.

„Sie bezahlen dafür mit ihren Tankern“

Rubio betonte, dass nach Einschätzung Washingtons kein Land Iran etwas bereitstelle, das die Dynamik oder Parameter der Lage ändern könnte, die die USA beobachten. „Sie schießen weiter auf Kriegsschiffe, und wenn sie auf unsere Kriegsschiffe schießen, bezahlen sie dafür mit ihren Tankern. Sie treffen unsere Schiffe nicht, verlieren aber fünf Tanker. In der vergangenen Nacht verloren sie weitere fünf. Vier wurden beschädigt, einer versenkt“, so der Außenminister. Er fügte hinzu, dass die iranische Seite weiter Verluste hinnehmen werde: „Wir werden sie wirtschaftlich weiter ersticken“.

Die iranische Version und der CENTCOM-Bericht

Am Vortag, am 9. September, teilte der Revolutionsgarden (IRGC) mit, dass Iran in der Nacht zu diesem Tag ballistische Raketen gegen eine Basis in Jordanien eingesetzt habe, die von US-Militärs genutzt werde. Gleichzeitig erklärte Teheran einen Angriff auf zehn Schiffe im Bereich der Straße von Hormus. Das US-Zentrale Kommando (CENTCOM) berichtete seinerseits von der Zerstörung von fünf iranischen Tankern und fügte hinzu, dass ein amerikanisches Kriegsschiff den Angriffen ausgewichen sei und es unter den Militärs keine Verluste gegeben habe.

Widersprüchliche Daten

Zwischen den Erklärungen der beiden Seiten gibt es deutliche Abweichungen in den Zahlen. Teheran spricht von einem Angriff auf zehn Schiffe in der Straße von Hormus, während CENTCOM nur die Zerstörung von fünf Tankern bestätigt. Auch in der Formulierung zum Ergebnis der Schläge gibt es eine Diskrepanz: CENTCOM spricht von der „Zerstörung von fünf“ Tankern, während Rubio präzisiert, dass von den fünf verlorenen vier beschädigt und nur einer versenkt wurde. Diese Unterschiede konnten weder von Washington noch von Teheran in Einklang gebracht werden, und beide Versionen werden gleichermaßen wiedergegeben.

Wirtschaftlicher Druck als Instrument

Laut Reuters steht Iran nach einem halben Jahr Krieg unter einem beispiellosen wirtschaftlichen Druck der USA. Laut Quellen könnte dies Teheran zu Zugeständnissen bewegen, insbesondere in der Frage der Öffnung der Straße von Hormus. Der Kontext wird auch durch frühere Meldungen bestätigt: Laut Axios setzten die USA Ende August auf wirtschaftlichen Druck und eine maritime Blockade, nicht auf neue Schläge gegen iranisches Gebiet, was auf einen Schwerpunktverschiebung von der direkten militärischen Eskalation zum wirtschaftlichen „Ersticken“ hinweist.

Die öffentliche Rhetorik Washingtons zementiert laut Rubio somit den Kurs auf eine Kombination aus maritimem Druck in der Straße von Hormus und wirtschaftlicher Dämpfung, während Iran seinerseits die Bereitschaft betont, Angriffe auf Schiffe und mit den USA verbundene Objekte fortzusetzen. Die Diskrepanz bei der Bewertung der Zahl der betroffenen Schiffe und der Art der Verluste bleibt das zentrale Streitthema, das die Seiten noch nicht abgestimmt haben.