Das rumänische Energieunternehmen Nuclearelectrica hat begonnen, Strom aus dem ukrainischen Hoheitsgebiet zu importieren. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf einen kritischen Kapazitätsmangel im Land, der nach dem ungeplanten Stillstand des ersten Blocks des Kernkraftwerks Cernavodă entstanden ist.

Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf Aussagen von Vertretern von Nuclearelectrica berichtet, ist der Kauf ukrainischer Energie notwendig, um den Binnenmarkt zu stabilisieren und die entstandene Lücke in der Erzeugung zu decken.

Die Rolle Moldawiens in der Energiekette

Die Lieferung erfolgt nicht direkt, sondern unter direkter Beteiligung des moldawischen Lieferanten Energocom. Nuclearelectrica betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen eine lange Geschichte hat und 2023 offiziell in einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) festgehalten wurde.

Die Situation zeigt eine interessante Dynamik der regionalen Energiesicherheit. Während Rumänien früher als Garant für die Energieversorgung Moldawiens auftrat, leistet die moldawische Seite nun gegenseitige Unterstützung und hilft, die Stabilität des rumänischen nationalen Energiesystems zu erhalten.

Klimafaktor und Bedrohung für das AKW

Hauptauslöser der entstandenen Krise war nicht nur ein technischer Defekt, sondern auch die klimatischen Bedingungen. Die Situation im regionalen Energiesystem wurde durch eine anhaltende Dürre erheblich verschärft.

Aufgrund fehlender Niederschläge ist der Wasserstand in der Donau auf kritisch niedrige Werte gefallen. Dies hat zu zwei ernsthaften Problemen geführt:

  • Die Möglichkeiten der lokalen Wasserkraftproduktion sind erheblich eingeschränkt, was zusätzliche Risiken für das gesamte System geschaffen hat.
  • Es besteht eine Bedrohung für den Betrieb der Atomreaktoren, die Wasser zur Kühlung benötigen.

Die Situation ist so ernst, dass die rumänischen Streitkräfte bereit sind, einen Felsen an der Donau zu sprengen, um den ununterbrochenen Betrieb des Atomreaktors zu gewährleisten. Die Notwendigkeit solcher radikalen Maßnahmen ist direkt auf die kritische Verlandung des Flusses zurückzuführen.

Regionale Folgen

Das Problem der Verlandung der Donau ist von großem Ausmaß und betrifft nicht nur Rumänien. Zuvor wurde berichtet, dass aufgrund des Rekordrückgangs des Wasserstands der Betrieb des einzigen Atomkraftwerks Ungarns gefährdet war. Die Behörden dieses Landes warnten, dass ein weiterer Rückgang des Wasserstands zu einem vollständigen Stillstand des Energieblocks führen könnte.