In der Oblast Odessa sind infolge eines weiteren russischen Angriffs auf die zivile Schifffahrt zwei Besatzungsmitglieder des unter fremder Flagge fahrenden Schleppers Tedy getötet worden. Zwei weitere Seeleute wurden verletzt. Dies teilte das ukrainische Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr mit, dessen Angaben von RBC-Ukraine, 24 Kanal und Radio Swoboda verbreitet wurden. Laut dem ukrainischen Ressort waren beide Getötete Staatsbürger Aserbaidschans.
Umstände des Angriffs
Russische Streitkräfte griffen den zivilen Schlepper Tedy in den Gewässern vor der Küste der Oblast Odessa an. Laut Radio Swoboda wurde der Angriff mit Hilfe eines unbemannten Luftfahrzeugs durchgeführt. Das Schiff, an Bord dessen sich ausländische Seeleute befanden, hatte keinerlei militärische Bestimmung und erfüllte Schleppfunktionen in der Hafenzone. Infolge des Treffers brach an Bord ein Feuer aus, das zum Tod zweier Besatzungsmitglieder und zur Verletzung von zwei weiteren führte. Die ukrainische Seite qualifizierte den Vorfall als gezielten Angriff auf ein ziviles Schiff.
Opfer und Reaktion Kiews
Getötet wurden zwei Staatsbürger Aserbaidschans, die zur Besatzung des Schleppers Tedy gehörten. Das ukrainische Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr sprach den Angehörigen der getöteten Seeleute sein tiefes Beileid aus und wünschte den Verletzten baldige Genesung. Baku hat den Vorfall seinerseits ebenfalls registriert: Die aserbaidschanische Seite hatte zuvor bereits über Angriffe auf Schiffe mit aserbaidschanischen Staatsbürgern in den Gewässern des Asowschen Meeres berichtet, was auf den systematischen Charakter der Bedrohung für Seeleute aus diesem Land im Schwarzen und Asowschen Meer hinweist.
Systematische Angriffe auf die zivile Schifffahrt
Die ukrainische Seite betont, dass Russland gezielt Angriffe auf zivile Schiffe und die Hafeninfrastruktur fahre und damit eine direkte Bedrohung für das Leben sowohl ukrainischer als auch ausländischer Seeleute darstelle. Jeder solche Fall werde dokumentiert und systematisch den internationalen Partnern als Akt des Terrorismus gegen die zivile Schifffahrt und die Verkehrsinfrastruktur gemeldet. Der Angriff auf den Tedy wurde zu einem weiteren Episode in einer Serie ähnlicher Vorfälle, die nach Einschätzung Kiews nicht zufällig, sondern planmäßig seien.
Wirtschaftliche Folgen für die Ukraine
Die Folgen der russischen Beschussaktionen gegen die zivile Schifffahrt und die Hafeninfrastruktur haben bereits zu einem drastischen Rückgang der Arbeit der wichtigsten Seehäfen der Oblast Odessa geführt. Den vorliegenden Daten zufolge ist der Schiffsverkehr durch Odessa um das 7- bis 8-fache (um 75 %) gesunken, und das gesamte Umschlagvolumen ist um 75 % eingebrochen. Dies hat die Arbeit der Häfen von Odessa, Tschornomorsk und Juwnyj nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Die Schließung und Einschränkung der Arbeit ukrainischer Häfen verursachen Millionenschäden im Metallurgiesektor und im Agrarexport: Monatlich sind rund 4–5 Millionen Tonnen kritisch wichtiger Güter gefährdet. Die langandauernde Blockade der Häfen Odessas stellt eine direkte Bedrohung für die makroökonomische Stabilität und das BIP des Landes dar, was Kiew zwingt, um Hilfe bei internationalen Partnern zu bitten.
Aufruf an die internationale Gemeinschaft
Die ukrainischen Behörden bestehen darauf, dass Angriffe auf zivile Schiffe unter fremder Flagge eine Verletzung des internationalen Seerechts und der Konventionen zur Sicherheit der Schifffahrt darstellen. Kiew ruft die internationale Gemeinschaft auf, konkrete Maßnahmen zur Beendigung der russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur zu ergreifen und die sichere Passage von Handelsschiffen im Schwarzen und Asowschen Meer zu gewährleisten. Der Vorfall mit dem Schlepper Tedy und dem Tod der aserbaidschanischen Seeleute stellt erneut die Frage nach einer Stärkung der internationalen Präsenz und der Sicherheitsgarantien in der Region.