Angesichts der Diskussionen in den USA über einen neuen Sanktionsgesetzentwurf, der den Export von russischem Öl einschränken soll, erklärte der russische Botschafter in Indien, dass Moskau bereit sei, Delhi so viele Kohlenwasserstoffe zu liefern, wie für die Deckung des Energiebedarfs des Landes erforderlich sind. Die Erklärung erfolgte im Kontext der Handelsverhandlungen zwischen Washington und Neu-Delhi sowie der Verschärfung der Lage um die Straße von Hormus und des Konflikts in der Golfregion.

Position Moskaus: „so viel Öl, wie benötigt wird“

„Wir sind bereit, Indien so viel Öl zu liefern, wie es benötigt. Leider haben diejenigen, die Sanktionen und Zölle einführen, den Weg des Drucks anstelle einer ehrlichen Zusammenarbeit gewählt, was es diesen Ländern erschwert, Indien bessere Bedingungen für die Öllieferungen anzubieten als wir“, erklärte der russische Diplomat. Damit positioniert sich Moskau als alternativer Lieferant, der laut eigener Aussage in der Lage sei, Delhi günstigere Bedingungen anzubieten als die Länder, die Beschränkungsmaßnahmen einführen.

US-Sanktionsgesetzentwurf und Befugnisse des Präsidenten

Laut Bloomberg wird in den USA ein Sanktionsgesetzentwurf diskutiert, dessen Autor der Senator Lindsey Graham genannt wird. Dem Bericht zufolge würde US-Präsident Donald Trump bei Annahme des Dokuments zusätzliche Befugnisse im Bereich der Beschränkungen erhalten. Wie das Blatt anmerkt, zielen die Sanktionsmaßnahmen auf eine weitere Einschränkung des Exports von russischem Öl ab, dessen Einnahmen laut Befürwortern des Gesetzentwurfs dazu beitragen, den Krieg des Kremls gegen die Ukraine zu finanzieren. Im Kern des Arguments steht die Tatsache, dass die Einnahmen des russischen Haushalts in erheblichem Maße vom Verkauf von Energieträgern abhängen.

Argument der Knappheit und der Straße von Hormus

Der russische Diplomat warnte, dass der Ausschluss von russischem Öl vom Handel laut seinen Worten zu Engpässen auf dem Weltmarkt führen könne. Zur Begründung dieser Position berief er sich auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie auf die Probleme bei der Transportierung von Energieträgern durch die Straße von Hormus. „Die Welt wird nicht zurechtkommen, wenn russisches Öl aus den Lieferungen ausgeschlossen wird. Die Energiemärkte können sich das nicht leisten. Russisches Öl bleibt auf dem Markt für Indien und andere Länder. Wir sind an Öllieferungen nach Indien interessiert. Indien ist daran interessiert, dieses Öl zu kaufen“, fasste der Botschafter zusammen.

Widersprüchliche Angaben

In den vorliegenden Materialien ist eine Unstimmigkeit im Namen des russischen Botschafters in Indien festzustellen: An einer Stelle wird er als Denis Almazow genannt, in den Zitaten hingegen als „Alipow“. Die Redaktion verfügt nicht über eine Bestätigung der „korrekten“ Variante und ersetzt gemäß den Regeln keine Angaben aus dem Primärtext, daher wird der Name im Artikel nicht präzisiert. Darüber hinaus werden die Details des Sanktionsgesetzentwurfs, dessen Autor der Senator Lindsey Graham genannt wird, in der Quelle nur fragmentarisch wiedergegeben (die Aufzählung der Befugnisse des Präsidenten bricht ab), und der Charakter des Konflikts um den Iran und die Straße von Hormus wird in den verschiedenen Materialien unterschiedlich beschrieben – von einem „Krieg im Golf“ bis hin zu allgemeinen „Transportproblemen“. Diese Abweichungen erfordern eine zusätzliche Überprüfung.

Kontext: Handelsverhandlungen und Reaktion Neu-Delhis

Laut Einschätzung von Bloomberg könnten potenzielle US-Sanktionen gegen russisches Öl die Handelsverhandlungen zwischen Washington und Neu-Delhi erschweren. Indische Analysematerialien zur Reaktion Neu-Delhis auf den Sanktionsdruck deuten die Fortsetzung der Käufe von russischem Öl als Demonstration der Eigenständigkeit in der Energiepolitik vor dem Hintergrund der Verschärfung der Lage im Golf.

Die Erklärung des russischen Botschafters in Indien fiel somit in eine aktive Phase der Diskussionen über ein restriktives Gesetzgebungsverfahren gegen den Ölexport Russlands in den USA. Moskau setzt laut eigener Aussage darauf, dass es für Delhi vorteilhafter ist, weiterhin russisches Öl zu kaufen, während Washington diese Lieferungen als Finanzierungsquelle des Krieges betrachtet. Die Ergebnisse der Handelsverhandlungen und das Schicksal des Sanktionsgesetzentwurfs werden sich in den kommenden Monaten entscheiden.