Sergej „Flash“ Beskrestnow, freier Berater des Präsidenten der Ukraine für die Entwicklung technologischer Verteidigungsbereiche, erklärte, dass Russland den geplanten Produktionsmengen für strahlgetriebene Schlagdrohnen nahegekommen sei. Laut seinen Angaben wurden im vergangenen Monat von ukrainischer Seite etwa 1500 Angriffe mit Strahl-UAVs verzeichnet, während die Zahl dieser Geräte im aktuellen Monat bereits 3000 erreicht habe. Damit habe sich der Einsatz von Strahl-Drohnen seitens Russlands innerhalb eines Monats faktisch verdoppelt, was auf einen neuen technologischen Niveau des russischen Produktionsapparats hindeute.
Jahresplan: 36–40.000 Geräte
Laut ukrainischen Geheimdienstinformationen, die Beskrestnow zitierte, plant Russland die Produktion von 36–40.000 Drohnen pro Jahr, was mehr als 3.000 UAVs pro Monat entspricht. „Das heißt, mehr als dreitausend pro Monat. Man kann sagen, dass sie diese Kapazität bereits erreicht haben“, betonte der Berater des Präsidenten. Nach seiner Einschätzung entfielen etwa 60 % der Produktion auf strahlgetriebene Geräte, die verbleibenden 40 % auf gewöhnliche Benzin-Drohnen des Typs Shahed-136 / „Geran-2“. Beide Waffentypen würden gleichzeitig produziert, was Moskau erlaube, Ressourcen je nach taktischen Aufgaben flexibel zu verteilen.
Neue schnelle Typen: „Banderola“, „Dan-T“, „Dan-M“ und „Geran-5“
Parallel zur Steigerung der Serienproduktion von Strahl-Drohnen arbeitet Russland an der Entwicklung neuer schneller Waffensysteme. Beskrestnow erwähnte insbesondere die „Banderola“, die er als günstige strahlgetriebene Gleitbombe charakterisierte. Die Prognose ihrer Produktion sehe laut ihm eine Fertigung von bis zu 1000 Stück pro Monat vor. Außerdem befinden sich ähnliche strahlgetriebene Schlagraketen unter den Bezeichnungen „Dan-T“ und „Dan-M“ sowie „Geran-5“ in Entwicklung. Die neuen russischen Waffensysteme könnten nach Einschätzung des Beraters Geschwindigkeiten von etwa 500–650 km/h erreichen, in sehr geringer Höhe fliegen und aktiv in der Luft manövrieren. Solche Eigenschaften erschweren die Arbeit der ukrainischen Luftverteidigung erheblich, da sie die Zeit für das Auffinden, Verfolgen und Abschneiden des Ziels verkürzen.
Taktik der „Kleinstmengen“ und Druck auf Kiew
In den letzten Tagen wenden die russischen Besatzer eine neue Erschöpfungstaktik an: Sie setzen kontinuierlich in kleinen Portionen Strahl-Drohnen ein, weshalb in Kiew und anderen ukrainischen Städten regelmäßig Luftalarme ausgelöst werden und Unternehmen und Wirtschaft gezwungen sind, ihre Arbeit einzustellen. Der Hauptdruck werde, so Beskrestnow, gerade auf die Hauptstadt ausgeübt. Für Angriffe auf nichtfrontnahe Regionen werde Russland zunehmend Strahl-UAVs einsetzen, was durch den aktiven Einsatz ukrainischer Abfangjäger gegen langsamere Benzin-Ziele bedingt sei. Der Berater warnte zudem, dass Moskau wisse, dass die Ukraine Strahl-Abfangjäger bauen werde, und dies „nur eine Frage der Zeit“ sei, weshalb Russland weiter an der weiteren Steigerung der Geschwindigkeit seiner Schlagdrohnen arbeite.
Kiew passt die städtische Infrastruktur an
Angesichts der steigenden Intensität der Angriffe erwägen die ukrainischen Behörden Varianten, bei denen Luftalarme den Betrieb aller Einrichtungen in Kiew nicht unterbrechen würden. So werde eine Aufteilung der Alarmarten in „gelb“ und „rot“ diskutiert, um bei weniger bedrohlichen Szenarien den Betrieb kritisch wichtiger Objekte aufrechtzuerhalten. Die Kiewer Behörden schlugen zudem vor, den Betrieb der „grünen“ U-Bahn-Linie ohne Einschränkungen zu erlauben und die Regeln der Ausgangssperre anzupassen. In der Werchowna Rada wird ein neues Arbeitsformat während der Alarme vorbereitet, einschließlich der Abstimmung per QR-Codes, damit die Abgeordneten aus den Schutzräumen heraus an den Sitzungen teilnehmen können.
Widersprüchliche Daten
Bei der Faktenprüfung wurde eine Diskrepanz in den Zahlen zwischen verschiedenen ukrainischen Medien festgestellt. In der Mehrheit der Quellen (einschließlich der Aussagen von Beskrestnow selbst) wird die Zahl von 3000 Strahl-UAVs genannt, die im aktuellen Monat verzeichnet wurden. Allerdings weist das Medium UNN in der Schlagzeile seiner Veröffentlichung auf eine mögliche Steigerung der Produktion von Strahl-UAVs „auf 400 pro Monat“ hin. Diese Zahl könnte sich auf den reinen monatlichen Produktionszuwachs gegenüber dem vorherigen Zeitraum oder auf einen bestimmten Untertyp der Geräte beziehen, wird jedoch im Text der Aussage von Beskrestnow nicht direkt erläutert. Somit können das absolute Produktionsvolumen und sein Zuwachs je nach Quelle unterschiedlich interpretiert werden, und eine genaue Verifizierung dieser Daten ist aufgrund des geschlossenen Charakters der geheimdienstlichen Informationen derzeit nicht möglich.