Auf den ersten Blick ist der Unterschied zwischen Eiern mit unterschiedlichen Ziffern auf der Verpackung kaum erkennbar — im Supermarktregal sehen sie in den Kartons alle gleich aus. Genau diese Kennzeichnung hilft dem Verbraucher jedoch dabei, das passende Produkt für Backen, Frühstück oder Salat auszuwählen und Rezeptproportionen exakt einzuhalten. Wir erklären, was die Bezeichnungen S0, S1, S2 und SB bedeuten, warum ein „großes“ Ei nicht immer das „beste“ ist und wie sich das Kennzeichnungssystem in den kommenden Jahren ändern wird.
Buchstabe und Ziffern: Gewichtsklasse, keine Qualitätsangabe
Die Zahlen nach dem Buchstaben auf der Verpackung geben die Gewichtsklasse des Eies an, also wie groß das Produkt sein wird. Die Regel ist leicht zu merken: Je kleiner die Zahl nach dem Buchstaben, desto größer das Ei. So ist die Kategorie S0 in der Regel schwerer als S1, und S1 ist schwerer als S2. Äußerlich ist oft nicht sofort erkennbar, ob Eier der Kategorie S2 oder S1 größer sind — bei Gerichten, in denen das genaue Gewicht von Eigelb und Eiweiß eine Rolle spielt, sollte man sich daher nach der Kennzeichnung und nicht nach dem optischen Eindruck richten. Wichtig ist zu verstehen, dass diese Ziffer ausschließlich die Masse angibt und nichts über Qualität, Frische oder Hühnerrasse aussagt, wie manche fälschlicherweise glauben.
Frische- und Speiseeier: Wo liegt der Unterschied
Der erste Buchstabe in der Bezeichnung bezieht sich auf die Frische und den Verwendungszweck des Produkts. Der Buchstabe «C» (bzw. S) steht für Speiseeier, während das traditionelle System den Buchstaben «D» für Diäteier vorsieht. Laut Erklärungen der staatlichen Verbraucherschutzbehörde gelten Eier als Diäteier, wenn sie innerhalb von sieben Tagen nach dem Legen (ohne den Legetag) in den Handel gebracht werden. Nach Ablauf dieser Frist werden sie in die Kategorie der Speiseeiergestuft. Gewichtsklasse und Frische sind somit zwei völlig unterschiedliche Eigenschaften, die man nicht verwechseln sollte: Ein großes Ei ist nicht zwangsläufig frisch und umgekehrt.
Welche Eier für welches Gericht
Die Wahl der Kategorie hängt stark davon ab, was Sie zubereiten möchten. Für das alltägliche Frühstück eignen sich Eier jeder Kategorie; für Spiegeleier oder Omeletts ist es praktisch, S0 oder S1 zu wählen, wenn man eine größere Portion wünscht. Beim Backen orientiert man sich am besten an der im Rezept angegebenen Kategorie: Wenn dort S1-Eier verlangt werden, kann der Griff zu deutlich größeren Eiern das Teigverhältnis stören und das Ergebnis verändern. Für Salate und gefüllte Eier kann man je nach gewünschter Portionsgröße S1 oder S2 wählen.
Ein großes Ei ist nicht gleich das beste Ei
Die Gewichtskennzeichnung bestimmt weder Frische, Geschmack noch Sicherheit des Produkts, weshalb man sich beim Kauf nicht ausschließlich auf die Ziffer verlassen sollte. Selbst wenn Sie sich bereits für eine Kategorie entschieden haben, sollten Sie den Zustand des Produkts nicht ignorieren. Die Verbraucherschutzbehörde empfiehlt, auf mehrere Dinge zu achten: erstens auf die Kennzeichnung — ob die Informationen auf der Verpackung gut lesbar sind; zweitens auf die Verkaufsbedingungen — Eier sollten am besten dort gekauft werden, wo Lagerungsregeln eingehalten werden und die Lebensmittelsicherheit kontrolliert wird. Kaufen Sie keine Eier mit rissiger Schale oder ohne ordnungsgemäße Kennzeichnung.
Was sich ab 2028 ändern wird
Die Ukraine führt neue Anforderungen ein, die sich an das europäische System anlehnen. Der entsprechende Erlass des Ministeriums für Agrarpolitik Nr. 360 vom 7. März 2023 wurde auf der Website der Werchowna Rada veröffentlicht und tritt am 1. Januar 2028 in Kraft. Nach den neuen Regeln werden Eier nach Masse mit lateinischen Buchstaben gekennzeichnet, während die Ziffer am Anfang des Codes die Haltungsform der Hühner angibt. Das bisherige, vom alten Standard übernommene System wird somit durch eine europafreundlichere Praxis ersetzt, die den Produktvergleich vereinfacht und neben dem Gewicht auch die Produktionsbedingungen berücksichtigt.