Das schwedische Unternehmen Saab Group hat ein aktualisiertes Konzeptmodell des unbemannten Luftfahrzeugs A3 vorgestellt, das für den gemeinsamen Einsatz mit bemannten Kampfjets im Rahmen eines integrierten Kampfsystems entwickelt wurde. Dies erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung, während die Details der Roadmap auf einer Pressekonferenz auf der Luftwaffenbasis Malmö anlässlich des 100. Jubiläums der schwedischen Luftwaffe der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Nach Einschätzung von Saab-Vertretern ist das Luftfahrzeug für Hochrisiko-Aufgaben bestimmt: elektronische Kampfführung, Unterdrückung der gegnerischen Luftverteidigung und die Durchführung hochpräziser Schläge in Gebieten mit intensivem Widerstand.

Konzept A3 und seine Rolle im System

Das Modell A3 behält die wesentlichen Merkmale der früheren Ausstellungsvariante bei, die Saab erstmals 2024 zeigte: eine stummellose aerodynamische Anordnung, einen niedrigen Rumpf und einen relativ großen internen Raum für Treibstoff und Bewaffnung. Die eckige Stealth-Geometrie der Oberfläche, die auf den veröffentlichten Aufnahmen des Luftfahrzeugs auf dem Betonplatz zu sehen ist, dient der Verringerung der Radarerkennung. Wie Peter Nilsson, Leiter der Abteilung für zukunftsorientierte Programme bei Saab, erläuterte, befindet sich das Unternehmen in einer Phase intensiver Entwicklung und erforscht gemeinsam mit dem schwedischen Verteidigungsministerium Technologien, die die Grundlage für Kampfjets der nächsten Generation bilden sollen.

Roadmap ACP und Projekt KFS

Laut dem Medium The War Zone hat Saab den Journalisten die Roadmap des Programms für die automatisierte Interaktionsplattform (ACP) vorgestellt. Nach Angaben von Nilsson ist ACP Teil des größeren schwedischen Projekts KFS – „Koncept för Framtida Stridsflygplan“, also „Konzept für den zukünftigen Kampfjet“. Im Rahmen dieser Arbeit plant das Unternehmen, bis 2030 unbemannte Testflüge mit Eigenschaften durchzuführen, die einem Kampfjet so nahe wie möglich kommen, damit Schweden die zukünftigen Entwicklungsoptionen bewerten kann. Nilsson betonte, dass A3 „eine hervorragende Plattform für die Interaktion mit Gripen E wäre“, derzeit jedoch keine Verpflichtungen zur Serienproduktion des Modells A3 bestehen.

Prototypen A1 und A2: Überschalltests

Neben dem Konzept A3 führt Saab Forschung und Entwicklung an den unbemannten Prototypen A1 und A2 durch, die vom schwedischen Verteidigungsministerium finanziert werden. Der Erstflug von A1, der mit GE-Aerospace-F414-Triebwerken ausgestattet ist – denselben wie bei den bemannten Saab-Gripen-E/F-Kampfjets – wird innerhalb der nächsten 15 Monate erwartet, und das Luftfahrzeug soll voraussichtlich Überschallgeschwindigkeit erreichen. A1 wird einen internen Waffenschacht erhalten, jedoch werden keine Tests zum Abwurf oder Start von Munition aus diesem durchgeführt: Das Hauptziel besteht darin, die Fähigkeit des Unternehmens zur Herstellung und zum Einsatz von Stealth-Drohnen zu demonstrieren. Der nächste Prototyp A2 wird ebenfalls einen internen Schacht haben und voraussichtlich zum Testen verschiedener Waffentypen sowie neuer Materialien, Sensoren und des F414-Triebwerks verwendet werden. Der Saab-Vertrag sieht die Entwicklung der Modelle A1 und A2 bis 2030 vor.

Widersprüchliche Angaben

Hier ist es wichtig, zwei Versionen zu unterscheiden, die Anlass für ungenaue Formulierungen in den Medien geben. Einerseits beschreiben mehrere Medien in ihren Schlagzeilen A3 als „überschallfähige Stealth-Drohne“ und „leistungsstarkes“ Luftfahrzeug. Andererseits sind in dem Text der Pressemitteilung und den Kommentaren von Saab die Überschalleigenschaften ausdrücklich dem Prototypen A1 und nicht dem Konzept A3 zugeordnet, das ein Modell ohne bestätigte taktisch-technische Eigenschaften und ohne Serienproduktionsvertrag bleibt. Somit entsprechen die aufsehenerregenden Schlagzeilen über einen „überschallfähigen A3“ nicht ganz dem tatsächlichen Status: Überschallfähig ist A1, während A3 auf der aktuellen Stufe ein Konzept im Rahmen der Forschung ist. Dies widerlegt nicht die Tatsache der Vorstellung des Modells, erfordert aber eine vorsichtige Interpretation seiner Fähigkeiten.

Wirtschaftlichkeit und Perspektiven

Nach Schätzungen von Saab könnte das Modell A3, wenn die schwedischen Streitkräfte das Projekt unterstützen, Anfang der 2030er Jahre in den Dienst gestellt werden, und die erste operative Einsatzbereitschaft würde Mitte desselben Jahrzehnts erreicht. Als wichtigstes wirtschaftliches Argument nennt das Unternehmen die Kosten: Nach Berechnungen von Saab wird der Betrieb von ACP über den gesamten Lebenszyklus hinweg etwa ein Drittel der Kosten eines Gripen-Kampfjets betragen. Dies macht das Konzept aus Sicht der Budgetbelastung attraktiv, obwohl die endgültige Entscheidung über die Serienproduktion beim schwedischen Verteidigungsministerium liegt.