Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat offiziell die neue Generation des Kampfbootes Combat Boat 90 Capability X (CB90 CX) in gleich drei spezialisierten Modifikationen vorgestellt. Dies berichtet RBK-Ukraina unter Berufung auf den Pressedienst des Unternehmens. Die Neuheit unterscheidet sich vom Vorgänger durch eine erhöhte Nutzlastkapazität und ist sowohl für den bemannten als auch für den völlig autonomen Betrieb ausgelegt. An Bord befinden sich moderne Radaranlagen und Flugabwehrmittel, was die Plattform zu einem vielseitigen Instrument für Marineoperationen in Küstenzonen macht.
Drei Konfigurationen — eine Plattform
Das Hauptmerkmal des CB90 CX ist seine kampfzweckbezogene Modularität. Die ISR-Modifikation (Aufklärung, Überwachung, Reconnaissance) ist auf Lagedarstellung ausgerichtet und verfügt über ein Saab Giraffe 1X Radar, das die Langstreckenerfassung von Oberflächen- und Luftzielen ermöglicht. Die Version für die Antischiffsführung zielt darauf ab, feindliche Überwasserschiffe anzugreifen, während die SHORAD-Konfiguration (Kurzstrecken-Flugabwehr) mit einer automatischen Flugabwehrkanone zum Schutz vor Luftangriffen ausgestattet ist. Nach Vorstellung der Entwickler können die drei Varianten als ein einziger verbundener Verband agieren, sich gegenseitig ergänzen und die allgemeine operative Effektivität der Flotte steigern oder in eine breitere kombinierte Kampfformation integriert werden.
Autonomie und die Philosophie der Verteilung des Kampfpotenzials
„Die Zukunft von Marineoperationen liegt nicht nur darin, mehr Plattformen zu haben, sondern darin, mehr Kampfpotenzial auf die Streitkräfte zu verteilen“, erklärte Anders Hellman, Leiter der Geschäftseinheit Docksta bei Saab. Diese Formulierung unterstreicht einen strategischen Wandel: Statt die Flottengröße zu erhöhen, liegt der Schwerpunkt auf der Konzentration von Offensiv- und Defensivfähigkeiten in einer geringeren Anzahl multifunktionaler Einheiten. Die Fähigkeit zum unbemannten Betrieb erweitert die taktischen Szenarien — von Patrouillen in minengefährdeten Gebieten bis hin zur autonomen Konvoibegleitung.
Produktion und Exportkontext
Die Produktion des CB90 CX für Schweden — den Erstkunden dieses Schiffstyps — läuft bereits. Die neuen Boote werden parallel zu kleineren CB90 NG-Schiffen eingesetzt, wodurch die schwedische Marine ein mehrstufiges Küstenpatrouillensystem aufbauen kann. Die CB90-Familie steht insgesamt bei den Marinen von neun Ländern in Europa, dem Nahen Osten, Afrika, dem asiatisch-pazifischen Raum und Amerika im Dienst, was die Präsentation des CX zu einem bedeutenden Ereignis für den gesamten Exportlebenszyklus der Plattform macht.
Das Schwarzmeer-Präzedenz: Warum autonome Boote im Fokus stehen
Die Präsentation des CB90 CX erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses an unbemannten Überwasserfahrzeugen, das durch Kampferfahrung bestätigt wurde. Es wurde zuvor berichtet, dass im Schwarzen Meer das weltweit erste Seegefecht zwischen unbemannten Booten stattfand: Eine ukrainische Sargan-Drohne zerstörte ein russisches unbemanntes Überwasserboot mithilfe einer automatischen 12,7-mm-RWS-„Protector“-Turmanlage. Dieser Vorfall zeigte, dass autonome Plattformen kein Experiment mehr sind, sondern ein aktives Element der Marinedoktrin, und genau in diesem Kontext wirkt das modulare CB90 CX mit seinen drei Kampfrollen wie die Antwort der Industrie auf die Nachfrage der Marinen nach Flexibilität und Überlebensfähigkeit im Küstentheater.