Auf der internationalen Verteidigungsausstellung MSPO-2026 in Polen stellte das Unternehmen „Ukrainsche Panzertechnik“ zwei neue Panzerwagen vor – den leicht gepanzerten „Saigak-1“ und das MRAP-Fahrzeug „Warta-3“. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Pressestelle des Unternehmens. Die Präsentation fand im Rahmen der traditionellen Teilnahme des Unternehmens am polnischen Forum statt, bei dem ukrainische Entwickler jährlich neueste Panzertechnik vorstellen.

„Saigak-1“: Ersatz für den alltäglichen Transport der Soldaten

Der leichte Panzerwagen „Saigak-1“ ist für den sicheren und schnellen Transport von Personal im Rahmen von Kampfhandlungen, Spezialoperationen, Übungen und Patrouillenfahrten vorgesehen. Neben militärischen Aufgaben kann das Fahrzeug auch zur Bekämpfung der Folgen von Naturkatastrophen und technischen Unfällen eingesetzt werden. Der Rumpf bietet ballistischen Schutz nach Standard PZSA 3 und Minenschutz der Stufe 1 nach STANAG 4569. Der Allradantrieb und der Dieselmotor mit 240 PS ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 km/h bei einer Reichweite von bis zu 600 km mit einem 80-Liter-Tank. Die Besatzung umfasst zwei Personen, zusätzlich sind drei Plätze für die Truppe vorgesehen. Zur Ausstattung gehören vordere und hintere Überwachungskameras, eine automatische Brandlöschanlage, RunFlat-Reifen sowie Klimaanlage und Heizung.

„Warta-3“: MRAP auf deutschem Fahrgestell mit verstärktem Schutz

Die MRAP-Neuheit „Warta-3“ ist eine verbesserte Version des zuvor vorgestellten „Warta-2“ und auf dem deutschen Fahrgestell Mercedes-Benz Unimog aufgebaut. Der Rumpf des Fahrzeugs bietet ballistischen Schutz PZSA 6 und Minenschutz der Stufen 3a/3b nach STANAG 4569. Der Allradantrieb 4x4 mit automatischem Getriebe und einem Dieselmotor mit 326 PS (Drehmoment 1400 Nm) gewährleistet die Geländegängigkeit bei einem Gesamtgewicht von bis zu 14 800 kg; die Höchstgeschwindigkeit beträgt bis zu 100 km/h. Die Besatzung umfasst zwei Personen, die Truppe acht. Zum Schutz des Personals sind Minenschutzsitze, Kommunikations- und Navigationssysteme, Videoüberwachung, automatische Brandlöschanlage, Klimaanlage, Heizung und eine Filterlüftungsanlage vorgesehen. Für Kampfaufgaben kann die „Warta-3“ mit einer drehbaren Plattform für ein Maschinengewehr oder einem ferngesteuerten Kampfbaukasten ausgestattet werden.

Aussagen der Führung und strategische Logik

Der Generaldirektor des Unternehmens, Wladyslaw Belbas, bemerkte, dass die Vorstellung von Neuheiten auf der MSPO in Polen für das Unternehmen bereits zur Tradition geworden ist. Nach seinen Worten wurde die „Warta-3“ auf einem neuen Fahrgestell gebaut, was es ermöglichte, das Fahrzeug zu verbilligen und gleichzeitig seine Fahrleistungen zu verbessern. Der „Saigak-1“ wird seinerseits als Ersatz für den gewöhnlichen Alltagsverkehr der Soldaten durch eine besser geschützte Variante positioniert, was die Verluste bei der Erfüllung routinemäßiger Aufgaben unter Bedingungen aktiver Kampfhandlungen verringert.

Prüfung im Kampfeinsatz

Wie RBC-Ukraine zuvor berichtete, haben die Panzerwagen „Warta“ und das medizinische Fahrzeug „Nowator“ der „Ukrainschen Panzertechnik“ die Prüfung an den heißesten Punkten der Front bestanden. Die Panzerkapseln der Fahrzeuge hielten Treffern von Suiziddrohnen und dem Feuer großkalibriger Maschinengewehre stand und schützten die Besatzungen. Diese Daten bestätigen, dass die auf der MSPO-2026 vorgestellten Modelle keine Konzepte sind, sondern Serienmuster, die bereits einen Kampftest durchlaufen haben.

Kontext: weitere ukrainische Exponate auf der MSPO-2026

An demselben Tag, an dem die „Ukrainsche Panzertechnik“ den „Saigak-1“ und die „Warta-3“ zeigte, zeigten auch andere ukrainische Hersteller auf der MSPO-2026 ihre Leistungen. So präsentierte „Ukroboronprom“ erstmals eine Startanlage für die Flugabwehrrakete „Korall“, die auf dem Fahrgestell eines tschechischen Tatra-Lkw montiert ist. Damit stellte der ukrainische Verteidigungssektor auf der polnischen Messe sowohl Landpanzertechnik als auch Mittel der Luftverteidigung vor, was die Erweiterung des Sortiments der exportierten Produkte unterstreicht.