Auf der internationalen Verteidigungsausstellung MSPO 2026 in Polen teilten Vertreter des Unternehmens „Ukrainische Panzertechnik“ dem Fachmedium Breaking Defense mit, dass man unter deutschen Verteidigungsunternehmen nach Partnern für die Produktion neuer Radschützenpanzer und anderer militärischer Lösungen suche. Als potenziellen Partner nannte das Unternehmen ausdrücklich den Verteidigungsbereich von Mercedes-Benz.

Zwei neue Radschützenpanzer und das Unimog-Fahrgestell

„Ukrainische Panzertechnik“, ein Mitglied der Nationalen Vereinigung der Unternehmen der Verteidigungsindustrie der Ukraine (NAUDI), ist einer der größten Lieferanten von Waffen und Militärtechnik für die Verteidigungskräfte der Ukraine. Das Unternehmen betrachtet eine Zusammenarbeit mit der deutschen Industrie in erster Linie für die Produktion zweier neuer Radschützenpanzer – „Sajgak-1“ und „Warta-3“. Laut dem Fachmedium wurde „Warta-3“ auf einem Unimog-Fahrgestell entwickelt, das vom deutschen Automobilkonzern hergestellt wird – was das Interesse am Verteidigungsbereich von Mercedes-Benz erklärt.

Warum Deutschland?

Das Unternehmen begründet die Wahl Deutschlands mit dessen erheblicher Rolle bei der militärischen Unterstützung der Ukraine: Die deutsche Regierung hatte zuvor erklärt, die eigene Verteidigungsindustrie stärker in die Hilfe für Kiew einbinden zu wollen. Gleichzeitig betonte „Ukrainische Panzertechnik“, dass derzeit keine Verhandlungen mit der deutschen Regierung über mögliche künftige Aufträge für Radschützenpanzer geführt würden – es gehe vorerst um die Suche nach einem Industriepartner, nicht um bereits abgeschlossene Verträge.

Wirtschaftlicher Sinn der Kooperation

Für die Ukraine könnte eine solche Kooperation zugleich dazu dienen, die Bedürfnisse der Verteidigungskräfte zu decken und die Auslastung der heimischen Produktionskapazitäten zu stützen. Wie das Fachmedium Defence Express anmerkt, könnte die Finanzierung von Einkäufen ukrainischer Technik durch Partnerländer helfen, das bestehende Problem mit den Aufträgen für Panzertechnik im Inland zu lösen. Deutschland hatte bereits Einkäufe ukrainischer Drohnen, bodengestützter robotischer Systeme und anderer Produkte im Rahmen gemeinsamer Projekte finanziert; ein besonderes Beispiel sind die schweren robotischen Systeme Protector, die von „Ukrainischer Panzertechnik“ hergestellt wurden – deren Lieferung an die Nationale Garde der Ukraine von Deutschland finanziert wurde, wobei die erste Charge solcher Systeme bereits an die Streitkräfte übergeben wurde.

Erfahrung des Unternehmens in internationalen Beziehungen

„Ukrainische Panzertechnik“ verfügt bereits über Erfahrung in internationaler Kooperation: Das Unternehmen hat Vereinbarungen mit der Raketengruppe MBDA geschlossen und arbeitet an der Lokalisierung von Strahltriebwerken für Raketen-Drohnen. Parallel dazu baut das Unternehmen die Lizenzproduktion von großkalibriger Munition aus, was das Spektrum der Militärprodukte erweitert, das der ukrainische Hersteller sowohl den Verteidigungskräften als auch ausländischen Partnern anbieten kann. Im Fall von „Warta-3“ könnte eine potenzielle Kooperation mit Mercedes-Benz die Möglichkeit eröffnen, solche Fahrzeuge für die Ukraine mit deutscher Finanzierung zu bestellen; die Zusammenarbeit könnte neben der Produktion auch die Lieferung von Komponenten und Ersatzteilen sowie die gemeinsame Entwicklung neuer militärischer Lösungen umfassen.