In der Nacht vom 27. August 2026 trafen erneut russische Raketen das Metallurgiewerk „Saporischstal“ in Saporischschja. Dies teilte Musa Magomedow, Vorsitzender des Unterkomitees der Werchowna Rada für Industriepolitik, auf Facebook mit und verwies auf Daten, die im Laufe des Tages von mehreren ukrainischen Medienhäusern überprüft wurden. Seinen Angaben zufolge ist dies bereits nicht der erste Angriff auf das Unternehmen innerhalb eines Monats, und er bezeichnete die Folgen des neuen Angriffs als „außerordentlich schwerwiegend“.

Wiederholter Treffer an derselben Stelle

Wie der Abgeordnete erläuterte, trafen bei dem nächtlichen Angriff fünf Raketen denselben Bereich des Geländes, bei dem während des vorherigen Beschusses Menschen getötet wurden. Erst nach jenem Angriff musste das Werk seinen Betrieb einstellen, und laut Magomedow ermöglichte die neue Serie von Treffern eine Wiederaufnahme der Produktion nicht. Er erklärte offen, dass die Russen „die ukrainische Metallurgie buchstäblich zerstören“, und betonte, dass die Frage, wann die „Saporischstal“ ihre Kapazitäten wieder anfahren kann, vorerst offen bleibt.

Metallurgie am Rande der Stilllegung

Derzeit ist der Betrieb des Werks „Saporischstal“ vollständig stillgelegt, während andere Produktionsstandorte der Branche mit reduzierter Leistung arbeiten. Laut einer Einschätzung, die TSN in der Schlagzeile anführt, riskiert Ukraine ohne dringliche staatliche Maßnahmen bereits bis zum Frühling einen erheblichen Teil ihrer Metallurgie zu verlieren. Damit war der nächtliche Angriff vom 27. August kein isolierter Vorfall, sondern Teil eines systematischen Drucks auf den Bergbau- und Metallurgiekomplex, von dem die Rohstoff- und Industriebasis des Landes abhängt.

Position von Parlament und Kabinett

Magomedow berichtete, dass er erneut bei einer Sitzung des Ausschusses mit der vollständigen Beteiligung des Ministerrats die kritische Lage im Bergbau- und Metallurgiekomplex dargelegt habe. Laut seinen Angaben ist die Fortsetzung der Beratung für Freitag angesetzt – bei einer Besprechung beim Ministerpräsidenten. Dies zeigt, dass die Folgen der Angriffe auf die „Saporischstal“ den Rahmen der industriepolitischen Agenda verlassen und zum Gegenstand der Regierungsebene geworden sind, wo voraussichtlich Maßnahmen zur Unterstützung der Branche erarbeitet werden.

Kontext: Angriff vom 11. August

Zur Erinnerung: Am 11. August führte Russland einen ballistischen Angriff auf Industrieanlagen in Saporischschja durch. Dabei wurden sieben Mitarbeiter des Werks „Saporischstal“ getötet, weitere 21 Personen wurden verletzt. Laut dem Abgeordneten war genau dieser Beschuss die Ursache für die anfängliche Stilllegung des Unternehmens, und der nächtliche Angriff vom 27. August wiederholte den Treffer auf denselben Bereich, was die Zerstörungen verstärkte und die Wiederherstellung der Produktion noch weniger vorhersehbar machte.

Widersprüchliche Angaben

Zu bemerken ist, dass die genaue Zahl der Geschosse (fünf Raketen) und das Detail des Treffers „an derselben Stelle“ in der Aussage eines einzigen Abgeordneten genannt werden und in den vorliegenden Quellen nicht unabhängig von den Militärbehörden bestätigt wurden. Außerdem weichen die Formulierungen der Quellen in der Charakterisierung der Waffe: Der Angriff vom 11. August wird als „ballistisch“ beschrieben, während der nächtliche Angriff vom 27. einfach als „raketenbasiert“ bezeichnet wird. Diese Nuancen ändern nichts am wesentlichen Faktum – dem wiederholten Angriff auf die „Saporischstal“ und der vollständigen Stilllegung des Werks –, doch die genauen Zahlen und der Waffentyp bleiben zum Zeitpunkt der Veröffentlichung überwiegend auf der parlamentarischen Aussage und den überprüften Medienberichten basiert.