Am 12. September 2026 hat Russland zum dritten Mal innerhalb eines Monats ballistische Raketen auf den Stahlwerk-Kombinat „Saporischtschalschka“ abgefeuert. Laut Angaben der Metinvest-Gruppe, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, trafen vier feindliche Raketen das Produktionsgelände des Unternehmens. Infolgedessen wurden vier Mitarbeiter des Kombinats verletzt. Wie das Unternehmen betont, war das Unternehmen zum Zeitpunkt des Angriffs faktisch nicht in Betrieb: Nach den früheren Raketenangriffen am 11. und 27. August 2026 hatte der Kombinat die Produktionsaktivität nie wieder aufgenommen.

Angriff auf ein Objekt, das bereits nicht mehr arbeitet

Der entscheidende Fakt, den Metinvest feststellt, besteht darin, dass das Angriffsziel vom 12. September kein funktionierendes Produktionsobjekt war. Nach den Angriffen vom 11. und 27. August war der Kombinat nicht wieder in Betrieb gegangen, doch in der Nacht zum 12. September wurde er erneut beschossen. Der operative Geschäftsführer der Metinvest-Gruppe, Alexander Myronenko, erklärte, dass „Saporischtschalschka“ Gusseisen und Stahl ausschließlich für zivile Zwecke produzierte, keine Produkte für militärische Zwecke herstellte und auf dem Gelände keine Objekte besaß, die das Unternehmen in ein militärisches Ziel verwandeln könnten. Somit handelt es sich nach Einschätzung des Unternehmens um eine vorsätzliche Schädigung der Produktionskapazitäten, der Arbeitsplätze und der Ukraine-Wirtschaft.

„Systematische Zerstörung der zivilen Industrie“

Zu den Folgen des Angriffs merkte Alexander Myronenko an: „Zum Glück gab es diesmal keine Todesopfer, doch vier unserer Mitarbeiter wurden verletzt. Dies ist bereits eine systematische Zerstörung der zivilen Industrie der Ukraine, ihrer wirtschaftlichen Grundlage und der Menschen, die deren Funktionieren ermöglichen.“ Das Unternehmen weist darauf hin, dass sich der Umfang der Schäden mit jedem neuen Angriff vergrößert: Eine abschließende Bewertung des Schadens ist derzeit nicht möglich, vorläufig wird er jedoch als kritisch eingestuft.

Warum keine Gefahr einer technischen Katastrophe besteht

Metinvest erklärt, dass aufgrund der Tatsache, dass der Kombinat nach den früheren Angriffen nicht in Betrieb war, zum Zeitpunkt des Angriffs vom 12. September keine Gefahr einer technischen Katastrophe bestand. Außerdem befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs deutlich weniger Mitarbeiter auf dem Gelände des Unternehmens, was laut Unternehmen die Zahl der Verletzten hätte verringern können. Gegenwärtig laufen auf „Saporischtschalschka“ Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des Treffers und zur Untersuchung der beschädigten Objekte; nach deren Abschluss können die Spezialisten die Art und das Ausmaß der Zerstörungen genauer bestimmen.

Im weiteren Kontext: Angriffe auf die Metallurgie und der russische Export

Es ist wichtig, den weiteren Kontext zu verstehen: Russland verstärkt die Angriffe auf ukrainische metallurgische Betriebe, während es gleichzeitig die eigene Produktion auf den Weltmarkt, auch in EU-Länder, liefert. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die metallurgischen Kombinate zusätzlichen Druck durch den zu hohen Strompreis erfahren. Die Gesamtheit dieser Faktoren macht die zivile Metallurgie nach Einschätzung der Experten anfällig und wirtschaftlich von äußeren Bedingungen abhängig, inmitten der andauernden Angriffe.