In der Nacht zum 5. September 2026 trafen russische Streitkräfte den Stahlwerk-Komplex „Kametstal“ in Kamjanske (Oblast Dnipropetrowsk) mit einem ballistischen Angriff. Laut Angaben, die von mehreren Medien und dem Unternehmen selbst bestätigt wurden, kamen bei dem Angriff fünf Menschen ums Leben, weitere Mitarbeiter erlitten Verletzungen unterschiedlicher Schwere. Das Unternehmen hat sämtliche Produktionsprozesse vollständig eingestellt; auf dem Gelände laufen derzeit Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten.
Verlauf des Angriffs und Opfer
Unter den Getöteten befinden sich vier Mitarbeiter von „Kametstal“ sowie ein Angestellter eines Auftragsunternehmens. Weitere vier Mitarbeiter wurden verletzt und befinden sich unter ärztlicher Beobachtung. Den verfügbaren Informationen zufolge vergingen zwischen der Ausrufung der Luftalarmwarnung und dem Einschlag nur wenige Minuten, sodass nicht alle auf dem Komplexgelände befindlichen Personen rechtzeitig in die Schutzräume gelangen konnten. Genau diese Kürze des Zeitfensters bestimmte nach Einschätzung von Augenzeugen und der Unternehmensleitung die Zahl der Opfer.
Offizielle Stellungnahme von „Metinvest“
Der operative Geschäftsführer der „Metinvest“-Gruppe, Alexander Myronenko, erklärte, dass sich auf dem Gelände von „Kametstal“ keine militärischen Ziele, keine Militärtechnik und keine militärische Produktion befanden: „Hier arbeiteten ausschließlich zivile Menschen.“ Das Unternehmen betont den zivilen Charakter des Objekts und stuft den Angriff als Schlag gegen eine friedliche Infrastruktur ein, in der zivile Fachkräfte tätig waren.
Umfang der Zerstörungen und Wiederaufbau
Bei dem Einschlag wurden die Agglomerationsanlage sowie die Energie- und Transportinfrastruktur des Komplexes beschädigt. Derzeit werden am Ort der Zerstörung Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten durchgeführt. Nach dem Räumen der Trümmer sollen die Fachleute den Umfang der Schäden an Ausrüstung und Infrastruktur bewerten; der Zeitpunkt der Wiederaufnahme und des Neustarts der Produktion ist derzeit unbekannt.
Widersprüchliche Angaben
In offenen Quellen bestehen Abweichungen bei der Zahl der Verletzten. In der über „Metinvest“ verbreiteten Erklärung und in einigen Meldungen wird die Zahl von vier Verletzten genannt, während das Medium „Mediaszona“ in seiner Schlagzeile vom 5. September auf fünf Verletzte verweist. Somit bleibt die genaue Zahl der Verletzten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht eindeutig bestätigt. Außerdem setzen eine Reihe von Quellen (insbesondere kp.ru) die Angriffe auf metallurgische Betriebe mit Dnipro in Zusammenhang und sprechen vom Verlust von „einem Drittel der Stahlproduktion“, was mit der Geografie und den Details des Angriffs auf Kamjanske, wie sie in den ursprünglichen Meldungen zu „Kametstal“ beschrieben werden, nicht übereinstimmt.
Kontext: Serie von Angriffen auf die Metallurgie und Tag der Trauer
Am 5. September wurde in Kamjanske ein Tag der Trauer für die bei dem Angriff Getöteten ausgerufen; an den Betrieben der „Metinvest“-Gruppe wurden die Fahnen auf Halbmast gesetzt. Der Angriff auf „Kametstal“ war die Fortsetzung einer Serie von Angriffen auf metallurgische Aktiva der Gruppe: Zuvor hatte Russland den Werk „Saporischstal“ getroffen, und das Unternehmen hatte darauf hingewiesen, dass es solche Zerstörungen seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hatte. Die Gesamtheit dieser Ereignisse belegt den gezielten Charakter der Angriffe auf den zivilen metallurgischen Sektor.