In der Nacht zum 14. Juli ereignete sich auf der Krim ein Vorfall, der die Energiesituation auf der Halbinsel grundlegend verändern könnte. Die Spezialeinsatzkräfte (SSO) der Ukraine, gemeinsam mit Untergrundkämpfern der Widerstandsbewegung und Einheiten von Deep Strike, führten eine erfolgreiche Operation zur Zerstörung des Balaklawa-Wärmekraftwerks in Sewastopol durch.
Kritische Schäden an der Stromerzeugung
Laut einer von den Spezialkräften in Telegram veröffentlichten Erklärung traf der Schlag den Maschinenraum des Kraftwerks, in dem sich das Kühlsystem einer der Siemens SGT5-2000E-Turbinen befindet. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass die Pumpenanlagen zerstört sein könnten. Wenn dies bestätigt wird, wird die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit dieser Komponente zwei bis fünf Monate in Anspruch nehmen.
Das Balaklawa-Wärmekraftwerk ist nicht nur ein Infrastrukturprojekt, sondern das energetische Rückgrat der besetzten Krim. Laut Angaben der SSO decken diese Kraftwerke zusammen mit dem Tawrija-Wärmekraftwerk in Simferopol etwa 90 % des Strombedarfs der Halbinsel ab. Der Angriff auf Balaklawa beraubt die Region der Hälfte ihrer Stromerzeugungskapazität.
Auswirkungen auf die militärische Logistik
Der Zusammenbruch der Energieversorgung auf der Halbinsel hat direkte Folgen für die russische Armee. Die Krim fungiert als zentraler militärisch-logistischer Hub. Die SSO betonen, dass die Zerstörung von Stromerzeugungsanlagen die offensiven und defensiven Fähigkeiten der russischen Truppen erheblich beeinträchtigt, den operativen Tempo und die Widerstandsfähigkeit der Nachschubversorgung verringert.
Teil einer großangelegten Kampagne
Der Angriff auf das Balaklawa-Wärmekraftwerk war Teil einer Serie von großangelegten Angriffen, die die SSO gegen die russische Energie- und Erdölraffinerieindustrie durchführen. In derselben Nacht, am 14. Juli, wurden auch Anlagen von „Gazprom Neftechim Salawat“ in Baschkortostan getroffen.
Diese Serie von Operationen begann bereits Anfang Juli: Am 6. Juli trafen Einheiten von Deep Strike einen Öltanker der Klasse „Wolganefte“ und einen Terminal im Hafen von Keratsch. In derselben Nacht überflogen ukrainische Drohnen mehr als dreitausend Kilometer, um den Ölraffineriekomplex in Omsk zu treffen – eine der größten Raffinerien Russlands, die sich östlich des Ural befindet.